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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Atemberaubende Werbung für Toleranz und Vielfalt

30.05.2016

Oldenburg Gellende Schreie sind zu hören, ehe eine Horde leicht bekleideter Frauen mit üppigem Federschmuck und Netzstrümpfen auf die Bühne gestöckelt kommt. Nicht alle von ihnen sind auch wirklich Frauen – Moderator Felix Schrödinger hat sich unter die offenherzigen Opernsängerinnen der „Grisetten“ gemischt. Daher dauert es auch einen Moment, bis der Assistent der Opernregie am Oldenburgischen Staatstheater seinen Platz an der Seite von Moderationskollegin Helena Marion Scholz einnehmen kann. Diese zupft ihm noch ein paar Federn vom Jackett. Das Kleine Haus des Staatstheaters tobt.

Die dritte Spendengala zum Christopher Street Day (CSD) Nordwest hatte den Besucherrekord geknackt. Das Kleine Haus war am Sonnabend restlos ausverkauft; beim letzten Mal waren nur 150 Gäste erschienen. „Im vergangenen Jahr waren wir ein bisschen frustriert. Wenn das so weitergeht, werden wir irgendwann ins Große Haus wandern müssen“, freute sich Christian Firmbach, der Generalintendant des Staatstheaters.

Die Gala bot ein zweistündiges Programm voller magischer Momente. Die Artistin Vanessa Lee demonstrierte ihr Können am Trapez, schwang sich immer wieder in die Lüfte, um sich ruckartig kopfüber fallen zu lassen. Der Saal schien kollektiv den Atem anzuhalten. Geballte Frauenpower lieferte das kesse Trio um „Sweet Sugar Swing“ mit Liedern im Stil der 50er Jahre.

Die Sängerin und Liederschreiberin Pe Werner war als Stargast angekündigt. Ausgesprochen selbstironisch schmetterte der temperamentvolle Rotschopf die Zeilen „Ein Hungerhaken bin ich nicht, ich hab’ ein Vollmondgesicht“. Für Gänsehautmomente sorgte die Sängerin mit einer gefühlvollen Version ihres wohl bekanntesten Liedes „Kribbeln im Bauch“.

Fernab von Pomp, Musik und humoristischen Einlagen schimmerte bei der Veranstaltung „unter dem Regenbogen“ immer wieder die politische Botschaft des CSD durch. Während das Moderatoren-Duo an die Menschen erinnerte, die in einigen Ländern der Welt immer noch aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden, thematisierte Gala-Organisator Kai Bölle Vorurteile gegen Homosexuelle. „Daher lasst uns das Theater zum Spiegel des Lebens machen, das es sein soll“, sagte er.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, erneut Schirmherr der Veranstaltung, betonte: „Wir wollen eine Stadt der Vielfalt und Toleranz sein.“ Die Arbeit des CSD ist, da waren sich alle einig, noch nicht getan. Die vor Vielfalt nur so strotzende Show honorierten die Zuschauer mit stehenden Ovationen.

„Beim Lied „Kribbeln im Bauch“ fühlte ich mich an den Anfang unserer Beziehung zurückversetzt“, schwärmte Thobias Keese-Jonas, der mit seinem Mann Adrian Jonas die Gala besuchte. „Die politische Diskussion hätte noch ein bisschen spritziger und giftiger sein können“, fand der Wildeshauser. „Wir werden nie aufhören, für Gleichberechtigung zu kämpfen und immer daran arbeiten müssen“, ergänzte Adrian Jonas.

Im Fokus der Gala stand der gute Zweck. In der Pause und nach der Show sammelten Spendenengel für den CSD in Oldenburg – 1154,21 Euro kamen zusammen.


Mehr Fotos unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
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