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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Aufregendes hingebungsvoll interpretiert

08.08.2012

OLDENBURG Im Kunstverein Oldenburg erklang ein Konzert, das sich ausschließlich niedersächsischer neuester Musik aus den vergangenen fünf Jahren widmete; darunter auch ein Werk des wohl bekanntesten Komponisten aus der Region, Hans-Werner Hespos aus Ganderkesee.

Das Oldenburger Ensemble oh ton, spezialisiert auf Avantgarde-Musik und damit international erfolgreich, brachte 75 Minuten lang wirklich Neues, Unerhörtes, Aufregendes in hingebungsvollen, kongenialen Interpretationen zu Gehör. Das, was Keiko Murakami ihren verschiedenen Flöten, Margit Kern dem Akkordeon, Steffen Ahrens seinen Gitarren und dem E-Bass, Thomas Hell einem Harmonium und einem „Toy-Piano“ (Miniatur-Flügel), Michael Pattmann einem reichhaltigen Schlagzeug, Ekkehard Windrich der Geige, Séverine Ballon dem Violoncello und John Eckhardt dem Kontrabass entlockten, ging weit über die üblichen Konzerterlebnisse hinaus.

Zu den zumeist eher im Orchester benachteiligten Instrumenten kamen weitere elektrische und elektronische Klangerzeuger, die ebenso konstruktiv wie differenziert eingesetzt wurden. Allen sechs Werken war ein starker Zug zum Konstruktiven und Programmatischen gemeinsam, wobei das Spielerische wahrlich nicht zu kurz kam.

Die Komposition „dat“ von Hespos für Akkordeon, Gitarre und Kontrabass arbeitet mit großen dynamischen Sprüngen, inszeniert Unerwartetes, aber genau Beschriebenes, wie etwa die Partituranweisung „kratztickelnd nailpercussives, klapperdrahtiges stickgrabbeln voll verhaltener heftigkeiten“. Das Akkordeon atmet ohne weitere Klangerzeugung ein und aus.

Der Kontrabass-Spieler misst mit seinem überdimensionierten Instrument den Raum aus, setzt eine szenische Bedeutungsschicht frei, die nur im intimen Konzert wirksam werden kann.

Ähnlich präzise und vielschichtig wirkten die Wiedergaben von „The Mellow Quark“ von Matthias Kaul, „Bransle de Village“ von Arne Sanders aus Leer, Sarah Nemtsovs „Briefe – Puppen ohne Köpfe“ , eine Art musikalischer Brief, wobei die Zeitlichkeit und deren Schichtung thematisiert wird, sowie Eckart Beinkes sehr gestisches, gebärdenhaftes „flüchtig“, in dem immer wieder energetische Anläufe musikalische Gestalt gewinnen.

Sarah Nemtsov, 1980 als Sarah Reuter in Oldenburg geboren, war mit einem zweiten, komplexen Werk vertreten: In „Ver-Suche II“ für Altflöte, Akkordeon und Cello suchen die Instrumentalisten mit je unterschiedlicher Klangerzeugung ein homogenes Klangbild, das sie nach sechs Sätzen erst im Summen von Dreiklängen entdecken.

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