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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Poetry Slam In Oldenburg: Ausgesprochen gute Nachrichten

20.02.2017

Oldenburg „Hilfe, ich brauche die Wahrheit – ist ein Redakteur vor Ort?“ stand in großen Buchstaben auf dem T-Shirt von NWZ -Chefredakteur Lars Reckermann, der am Samstagabend als erster Slammer die Bühne enterte. Und damit gleich gegen eine Grundregel des Wettbewerbs verstieß. Denn Hilfsmittel, und seien es bedruckte T-Shirts, sind bei dieser Kunstform verboten.

Wie gut, dass Reckermann außer Konkurrenz auftrat. Er begrüßte die Gäste zum 2. Poetry Slam der Nordwest-Zeitung unter dem Motto „Jedes Wort Wert“ in der ausverkauften Oldenburger Kulturetage – und hatte zum Aufwärmen ein bisschen Post mitgebracht. „Sie eingekaufter Schreiberling, Sie sind doch der Chef der Lügenpresse“ zitierte er aus Leserbriefen, die zeigen, dass es zuweilen derbe Kritik nicht nur auf Facebook gibt. Ein Chefredakteur muss so etwas aushalten – am besten mit Humor.

Humor hatte auch Moderator Dominik Bartels, der mit Witz und Sarkasmus durch den Abend leitete. Denn an diesem Abend wurde jedes Wort auf die Goldwaage gelegt.

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Neben Chefredakteur Reckermann und dem Moderator, der als sogenanntes „Opferlamm“ ebenfalls außer Konkurrenz den ersten Text vortrug, traten sieben weitere eingeladene Poeten aus ganz Deutschland auf. Innerhalb von fünf Minuten hatte jeder von ihnen die Chance, mit Worten zu überzeugen, zu verblüffen und zu begeistern. Erlaubt waren nur Texte, keine Requisiten. Und um das Ganze interaktiv zu gestalten, gab es eine zehnköpfige Jury, bestehend aus Gästen der Veranstaltung – wie bei einem Poetry Slam üblich. Diese konnten mit Punkten von eins bis sechs ihren Favoriten wählen. Wer letztlich gewann, entschied aber bei einem finalen Stechen das gesamte Publikum. Singer und Songwriter Laander Karuso sorgte zwischendurch mit „Kinderliedern in Moll“ für bissige Unterhaltung etwa durch sein Lied „Titatoter Igel“.

Und es wurde wieder Tacheles geredet: Nachrichten sind überall – im Internet werden unzählige Plattformen mit allen möglichen Informationen nahezu überflutet. Kein Wunder, dass da der Überblick schnell verloren geht.

In Zeiten von Fake News und den „alternativen Fakten“ ist es umso wichtiger, eine Zeitung zu lesen, die Vertrauen schafft, so der Tenor. Was aber ist wirklich wichtig? Wie kann Glaubwürdigkeit erreicht und beibehalten werden?

Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Aktualität verspricht die Presse oft – Lob und Kritik teilten die Slammer des Abends aus. Da gab es diejenigen, die sich über vermeintliche Spekulationen um Eilmeldungen und den Kampf um Quoten ärgerten, wie auch über die Versuche einiger Zeitungen, sich „reißerisch und primitiv“ über Wasser zu halten. Ebenso war die „Schwarz-Weiß-Brille“ ein Thema des Abends: Jörg Schwedler, als erster Slammer der noch jungen Nacht, beklagte sich über eine oberflächliche, in Gruppen denkende Gesellschaft, die nicht zuhört und versucht, jedes Individuum in eine Schublade zu stecken – „Links, Zecke. Rechts, Nazi.“

Teil 1 des Videostreams vom Poetry Slam in der Kulturetage

Teil 2 des Videostreams vom Poetry Slam in der Kulturetage

Die Wortakrobatin Tanja Schwarz dagegen schwärmte vom Blick hinter die Kulissen ins „Tagebuch der Welt“ und somit von den investigativen Journalisten, die Geschichten erzählen. Und zwar nicht irgendwelche, sondern eben die, die sie selbst erlebt haben und worin ihr ganzes Herzblut steckt. Slammer Sim Panse fand wieder andere Worte.

So unterschiedlich die Herangehensweisen an das Thema „Jedes Wort Wert“ auch waren: Pressefreiheit, Einschüchterung und Zensur spielten in nahezu jedem Slam ein große Rolle. Journalismus müsse auf Recherche und Fakten bauen und sich nicht grundlos aufblasen – oder um es einfach zu sagen: informieren und weniger profilieren. So sah es der zweitplatziertere David Gerhold, genau wie der Gewinner des poetischen Wettstreits, Sebastian Hahn, der glücklich mit seinem Preis nach Hause gehen konnte.

Ja, die Tageszeitungen haben es nicht leicht und müssen täglich mit guten und wahren Nachrichten überzeugen. Und trotzdem gibt es da noch die Leser, für die sich die ganze Arbeit dennoch lohnt. Um mit Moderator Dominik Bartels Worten abzuschließen: „Mit Schlagzeilen erobert man Leser, mit Informationen behält man sie.“


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Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
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