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Kultur: Jugendtheater als Absage an den „Null-Bock“-Zeitgeist

05.06.2018

Bahnhofsviertel /Bürgerfelde Als Carlo seine Klasse mit den Worten „Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun“ verlässt, sind seine Mitschüler schockiert und ratlos. Kann es denn wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht Familie und Freunde? So lautet die Rahmenhandlung des Theaterstücks „Bedeutung“, das der Wahlpflichtkurs „Darstellendes Spiel“ im 9. Jahrgang der Oberschule Alexanderstraße am Montag und Dienstag, 11. und 12. Juni, im Theater Hof/19 (Bahnhofstraße 19) aufführt. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr. An beiden Abenden wird noch ein weiteres Stück gezeigt: „Getanzte Rebellion“ von der Freien Jugendtheatergruppe „Dienstags-Drama“, die ebenfalls in der Freizeitstätte Bürgerfelde beheimatet ist.

Das in Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogen der Jugendfreizeitstätte, Thomas Vossenberg, entstandene Stück „Bedeutung“ basiert auf dem Jugendbuch „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ der dänischen Schriftstellerin Janne Teller. „Es fordert dazu auf, nicht gleich zu resignieren, sondern dem Leben eine ganz persönliche Handschrift zu geben“, erklärt Thomas Vossenberg.

Aber wie reagieren die Schülerinnen und Schüler auf Carlos Lustlosigkeit? Gemeinsam beschließen sie, Carlo vom Gegenteil zu überzeugen, und tragen auf einem sogenannten „Berg der Bedeutung“ alles zusammen, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, ist bald kein Spiel mehr und artet in eine Spirale von Gewalt aus, in der es am Ende kein Halten mehr gibt. Schnell entwickelt sich eine Eigendynamik innerhalb der Gruppe, die zu der Logik „Je schmerzvoller das Opfer, desto größer die Bedeutung“ führt.

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„Die Jugendlichen sind sehr mutig gewesen. Sie sind über ihre Grenzen gegangen“, lobt Lehrerin Susan Wiraeus die intensive Auseinandersetzung mit dem anspruchsvollen Theaterstoff. Seit September 2017 arbeitet das 17-köpfige Ensemble an der Umsetzung. In den Proben, die in der Jugendfreizeitstätte stattfanden, haben die Neuntklässler ihre eigene Version des Stückes erarbeitet und ebenso persönliche wie poetische Texte hinzugefügt. Jeder konnte eigene Erfahrungen im Umgang mit Themen wie Mobbing, Gruppendruck und Gewaltbereitschaft einbringen.

„Die Arbeit an dem Stück hat gezeigt, wie viel Potenzial in jedem einzelnen steckt“, freut sich Susan Wiraeus über das Engagement ihrer Schützlinge, für die es überwiegend der erste Auftritt auf großer Bühne ist. Herausgekommen ist ein sehr empfehlenswertes Stück Jugendtheater, das als Absage an den „Null Bock“-Zeitgeist zu verstehen ist.

Mitwirkende sind Adam Khaled, Veiko Christ, Julia König, Tim Krex, Yasemin Krystyna Spillmann, Madita Atellinghusen, Aimee-Ricarda Zozo, Luca Brückner, Mohamad Nour Allallak, Kemal Demircan, Tom Nikolas Fairbairn, Bent Müller, Leon Parlow, Naser Shukri Yunus, Mihalis Danailov Velev, Sarah Wolter und Benjamin Yenilmez.

Der Eintritt kostet für beide Theaterstücke 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Karten gibt es unter Telefon 8 85 05 08 oder per E-Mail an thomas.vossenberg@stadt-oldenburg.de.

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