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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Besonderes Konzert erinnerte an jüdische Familie

28.11.2017
Betrifft: „Musik und Liebe im Schatten des Dritten Reiches“ (NWZ vom 15. November)

Leider rutscht die Kritik zum Konzert, das von Oeins aufgezeichnet wurde (...), stellenweise ins Anekdotenhafte ab – so wichtig die Erinnerung an Verfolgung und Leid der jüdischen Familie Goldschmidt für heute auch ist.

Nicht unerwähnt und ungewürdigt zu lassen ist der Sologesang der renommierten, aus Oldenburg stammenden Altistin Wiebke Lehmkuhl in Bachs himmlisch-klangvoller Alt-Arie aus Bachs Matthäus-Passion samt Solovioline (Holger Zindler), in der Uraufführung des von Ronald Poelmann komponierten Stückes „The past is never dead“ für Altstimme, Klarinette und Klavier wie auch in dem vom Bratschisten John Stock für Altstimme, Streicher und Bläser arrangierten „Urlicht“ aus der Auferstehungssymphonie von Mahler.

Auch die vom Kammersänger Paul Brady vorgetragenen und von der Mitorganisatorin und Pianistin Gabriele Hoeltzenbein begleiteten Heine-Lieder von Kowalski sollen nicht unerwähnt bleiben. Den Zauber der von allen Mitwirkenden gestalteten Veranstaltung kann letztlich auch in diesen Zeilen nicht wiedergegeben werden. St. Stephanus jedenfalls war von Zuhörern und einem lang anhaltenden Applaus überfüllt.

Andreas Zieger
Oldenburg

Ein außergewöhnliches Konzert im Rahmen des Erinnerungsganges fand am 12. November in der überfüllten Stephanuskirche statt. Leider hat der Artikel in der NWZ vom 15. November von Andreas R. Schweiberer auch nicht annähernd die besondere Qualität und Bedeutung dieser Veranstaltung erahnen lassen. In diesem Konzert ging es einmal um die oldenburgische Familie von Alex und Toni Goldschmidt. Die mit zwei Kindern ermordet wurden. (...)

Alle Musikstücke, die in diesem Konzert in höchster Qualität vorgetragen wurden, haben in der Familie Goldschmidt und in der deutschen Kultur eine Rolle gespielt, nicht aber in Nazi- Deutschland: Die berührende Alt-Arie aus der Matthäus-Passion von J.S. Bach „Erbarme dich, mein Gott, um meiner Zähren willen!“ könnte ein Leidmotiv der Trauer über die nicht zu fassende Unmenschlichkeit der Holocaust-Morde sein, tief berührend von Wiebke Lehmkuhl gesungen. Oder die Heine-Lieder von Max Kowalski, 1937, gesungen vom Kammersänger Paul Brady. Der 4. Satz aus der Auferstehungssymphonie des jüdischen Komponisten Gustav Mahler, der in diesem Konzert erklang, durfte im Nazi-Deutschland nicht mehr gespielt werden.

Hinzu kommen drei zeitgenössische Werke des oldenburgischen Komponisten Ronald Poelman, einschließlich der Uraufführung von „The past is never dead“ für Alt, Klarinette und Klavier. Diese Kompositionen von Ronald Poelman und die biographischen Texte der Sprecher führten weiter, über die Nazi-Zeit hinaus, die nicht triumphiert hat mit ihrem Hass und Morden, sondern die sich selbst zerstörte. In Deutschland ist nach vielen inneren Kämpfen zum Glück eine neue Zeit angebrochen. Die Sprachlosigkeit, die die Massenmorde der Nazi-Diktatur ausgelöst hat, ist offenbar überwunden. (...)

Diese Veranstaltung, von allen Künstlern wunderbar vorbereitet, war ein bewegendes Erlebnis der musikalischen Kraft, der Menschlichkeit und der Liebe, die jeden Hass überwinden kann. (...)

Ekkehard Seeber
Oldenburg

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