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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Bilderschätze aus Fotoalbum gehoben

08.01.2014

Oldenburg Es kommt nicht allzu oft vor, dass die Mitglieder des Vereins Werkstattfilm so richtig staunen – zu viel Ungewöhnliches ist den Sammlern und Bewahrern der fotografierten Geschichte Oldenburgs schon untergekommen. Doch kurz vor Weihnachten war selbst für sie die Überraschung groß: Bei einer Auktion wurde ein privates Fotoalbum ersteigert, das überwiegend Oldenburger Aufnahmen aus den Jahren 1910 bis 1925 enthält.

Ein selbst für das riesige Medienarchiv des Vereins seltener Schatz, „schließlich war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts höchst ungewöhnlich, als Privatmann mit einer Kamera durch die Stadt zu laufen“, sagt Vereinschef Farschid Ali Zahedi. Von „Agfa-Klack“ und Handyfoto wusste man damals nichts.

„Es muss sich um eine wohlhabende Familie gehandelt haben“, vermutet Zahedi. Denn das Album zeigt sowohl private Aufnahmen (u.a. Weihnachtsfeiern, Ferien im Harz und in Dangast), aber auch große öffentliche Ereignisse wie den Besuch des Generalfeldmarschalls Hindenburg im Jahr 1921. Davon gibt es zwar viele Dokumente, aber kaum eins hat den nicht-offiziellen Charakter dieser Bilder. „Die Mischung aus privaten und öffentlichen Themen ist absolut unüblich in jener Zeit“, meint Zahedi, der weiß, dass damals vielfach noch mit Fotoplatten gearbeitet wurde. „Der oder die Menschen, die diese Bilder machten, hatten offenbar Spaß am Dokumentieren. Und das war – abseits der professionellen Fotografie – damals kaum von Interesse.“

Das Album, das Werkstattfilm von dem Verkäufer, der in Berlin lebt, erworben hat, wird nun genau überprüft, um möglichst viel über den ursprünglichen Besitzer herauszufinden und seine Leistung zu würdigen. Schließlich erhält das Medienarchiv des Vereins, der zurzeit seinen Umzug ins neue Domizil an der Wallstraße 24 bewerkstelligt, nicht nur quantitativen Zuwachs. „Die Qualität der Bilder ist großartig und sehr aussagekräftig“, schwärmt der Werkstattfilm-Chef. Da sind zum Beispiel Hockeyspieler des VfB Oldenburg im Jahr 1920 in Osternburg zu sehen. Auch der Bahnhof war oft Ziel des unbekannten Fotografen: nicht nur bei der Ankunft Hindenburgs 1921, sondern auch um Eisenbahnwaggons abzulichten, auf denen große Weinkessel lagern – Teil der Reparationszahlungen an Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg.

Viele Bilder zeigen im Vordergrund offenbar Familienangehörige – im Hintergrund allerdings zeitgenössische Ansichten Oldenburgs. „Privates wird somit im Rückblick interessant für die Stadtgeschichte“, sagt Zahedi. Ob man das von den millionenfachen, digitalen Schnappschüssen der heutigen Zeit in 100 Jahren auch noch sagen wird?

Klaus Fricke
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