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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Blankenburg wird zum Freifeld

11.04.2015

Oldenburg Diese Stätte ist eine Herausforderung: Das Klostergelände Blankenburg wird vom 14. bis zum 16. August Schauplatz des Freifeld-Festivals. Livebands, Künstler, bunte Workshops und bis zu 3000 Besucher täglich werden sich an einem Ort versammeln, der unter dem Regime der Nationalsozialisten Schauplatz von Ausgrenzung und Tod war.

Die Organisatoren sind sich dieser Verantwortung bewusst und gehen sie offensiv an. „Wenn das kein Ort des Vergessens werden soll, muss etwas passieren“, sagt Henning Stockmann. Der 26-Jährige ist Sprecher des Vereins Freifeld und arbeitet mit etwa 30 ehrenamtlichen Helfern daran, die dritte Auflage des Festivals in Oldenburg auf die Beine zu stellen. Bislang fand das Freifeld auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Donnerschwee statt.

Eine Kurze Geschichte zu Blankenburg

Das Kloster ist Ende des 13. Jahrhunderts für Dominikanerinnen geplant und gebaut worden.

Graf Anton Günther wandelte das Kloster in ein gräfliches Vorwerk um und stiftete 1632 darin ein Armen- und Waisenhaus.

1786 wurde das Anwesen in eine „Bewahr- und Pflegeanstalt“ umgewandelt.

Das Gertrudenheim zog 1937 auf das Gelände des Klosters. Durch Vernachlässigung und Nahrungsentzug wurden dort Menschen gezielt getötet.

Ein Teil des Geländes dient heute dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

„Wir wollen unser buntes Programm mit Theater, Literatur und Film weiterführen, aber wir wollen auch die Geschichte dieses Ortes dokumentarisch und künstlerisch thematisieren“, erklärt Morten Helbing (47) vom Freifeld-Team. Ein Zeitstrahl, Markierungen prägnanter Plätze und Workshops könnten in die Thematik einführen, sagt Katrin Windheuser vom Vorstand des Vereins. Die 31-Jährige ist zuständig für die künstlerische Koordination.

Beraten lässt sich die Gruppe von Dr. Ingo Harms, Medizinhistoriker am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg. „Ich kenne die Geschichte des Geländes“, sagt Harms. Für ihn sei es ein Ort der Ausgrenzung, ein Ort, an dem Menschen gelitten und gestorben seien. „Es ist ein düsterer Ort“, sagt Harms. „Um ihm Farbe zu verleihen, um diese Ausgrenzung aufzuheben – dafür ist dieses Festival grandios.“

Bliebe die Frage nach dem Eigentümer. Im Juni 2014 hatte die Hamburger TAG Gewerbeimmobilien GmbH versicherungsrechtliche Bedenken angeführt und eine Aufführung des Theaterstücks „Blankenburg“ auf dem Klostergelände abgelehnt. „Wir haben keine Bedenken“, sagt hingegen Kathrin Helms von Wolfgang Schwerdt Immobilien e.K. in Oldenburg, die inzwischen Erwerber des Klosters ist. „Uns ist wichtig, dass der Ort nicht in Vergessenheit gerät, dass es weitergeht mit Blankenburg.“

Auch die Stadtverwaltung war angetan von der Idee. „Wir haben die Freifeld-Organisatoren bei der Suche nach einem Veranstaltungsort gerne unterstützt. Jetzt ist eine sehr gute Lösung gefunden worden“, sagt Verwaltungssprecher Reinhard Schenke.

Tickets gibt es voraussichtlich im Mai zu kaufen, zunächst für das gesamte Wochenende. Karten für einzelne Tage soll es später geben.


     www.freifeld-festival.de 
Timo Ebbers Ltg. / Online-Redaktion
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