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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Briefe und Gedichte aus dem Gefängnis

03.07.2013

Oldenburg Am Montagabend öffneten sich die Pforten des geräumten Gefängnisses in der Gerichtsstraße. Durch die Gänge und Zellen liefen allerdings keine Insassen, sondern neugierige Kultursommer-Besucher.

Vor der Lesung „Briefe und Gedichte aus dem Gefängnis“ in authentischer Umgebung hatten die Zuhörer genug Zeit, sich in die Thematik einzufühlen. In welcher der Zellen wohl Pater Titus Maria Horten, von dem die ersten gelesenen Briefe stammen, zwischen 1935 und 36 lebte? Er wurde vom nationalsozialistischen Regime wegen „Devisenvergehen“ inhaftiert und schrieb bis zum Tod an seine Ordensschwestern. Zwanzig Jahre zuvor und ein paar hundert Kilometer weit weg von Oldenburg saß Rosa Luxemburg auf einer Pritsche im Berliner Weibergefängnis und philosophierte über das Leben.

Im Mittelpunkt der Lesung steht vor allem das literarische Werk des türkischen Autors Nazim Hikmet, der 1938 zu 28 Jahren Haft aufgrund von regimekritischen Äußerungen verurteilt wurde.

Ulf Goerges, Annie Heger und Markus Weiß lassen die Zuhörer an den Gedanken und Ängsten dieser Inhaftierten teilhaben. Das Bild vom Gefängnisalltag aus den Briefen und Gedichten vervollständigt JVA-Chef Gerd Koop.

In der Pause hatten die Gäste „Freigang“ und versammelten sich im Hof. Die hohe Steinmauer mit dem Stacheldraht und der nackte Außenbereich strahlen eine gewisse Trostlosigkeit aus. Diese Trostlosigkeit hat auch Wolfgang Borchert im Nürnberger Militärgefängnis gequält. Seine dort entstandene Erzählung „Die Hundeblume“ bildet das Ende der Lesung. Auf dem Weg nach draußen blickten sich die Besucher noch ein paar mal interessiert um, waren aber froh, nach diesem Ausflug hinter Gittern wieder ins Freie gelassen zu werden.

Die Lesung findet im Rahmen des Kultursommers noch am 3., 4. und 5. Juli, jeweils ab 21.30 Uhr statt.

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