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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Brückenbau zwischen den Kulturkreisen

17.12.2016

Jahrtausende lang kennen die Menschen nun schon die altgriechische Sage um „Orpheus und Eurydike“, die tragische Geschichte eines jungen Liebespaares. Und auch heute, unabhängig davon aus welchem Teil der Welt man stammt, ist der Mythos wohl jedem ein Begriff. „Man kennt ihn hier, aber eben auch in Arabien“, erklärt Ausstatterin Gesine Geppert.

Ab Sonntag, 18. Dezember, wird das Schauspiel „Orpheus und Eurydike“ daher auch in einer Inszenierung von Franziska Werner in der Oldenburger Exerzierhalle gezeigt.

Orpheus und Eurydike waren ein glückliches und sehr verliebtes Paar. Doch eines Tages wird die Nymphe von einer giftigen Natter gebissen und muss daraufhin sterben. Ihr Geliebter will dies traurige Ende jedoch nicht wahrhaben und geht weiter, als es sich wohl kaum jemand zuvor getraut hatte: Er steigt in die Unterwelt hinab und will die Götter selbst bitten, Eurydike ins Leben zurückzuholen.

Der wunderschöne Klang von Orpheus Musik kann die Götter überzeugen, doch nur unter einer bestimmten Voraussetzung: Orpheus darf sich auf dem Rückweg in die Welt nicht nach Eurydike umschauen und sich vergewissern, ob sie ihm auch wirklich folgt. Doch kann er seine Angst und Unsicherheit überwinden und dem Drang, sich nach seiner Geliebten umzudrehen, widerstehen?

Franziska Werner greift die antike Erzählung auf und integriert den Mythos in ihre eigene Geschichte. Der aus Syrien stammende Künstler Ali Moraly entwickelt die Musik zum Stück und übersetzt Werners Stück ins Arabische. Bis 2012 arbeitete Moraly an der Oper Damaskus und am West-Eastern Divan Orchestra. Danach floh er aufgrund des syrischen Bürgerkrieges.

Werner hat drei Funktionen inne: Autorin, Regisseurin und Schauspielerin. Moraly spielt den Geliebten Orpheus, Gesine Geppert entwickelte Bühnen- und Kostümbild. Für die Beleuchtung sorgt Arne Waldl. „Licht spielt hier eine große Rolle“, erklärt Werner.

„Die Grundidee war, einen Schritt weiterzugehen, als es die viel aufgeführten Flüchtlingsstücke tun“, beschreibt Werner und erklärt, dass in diesem Stück „das Zusammenleben, nicht die Flucht, thematisiert werden soll, ohne darüber nachzudenken, dass er (Moraly) selbst Flüchtling ist“. Der Mythos kann laut Geppert „als eine Art gemeinsames, kulturelles Gedächtnis der Kulturen verstanden und parallel gedacht werden“.

Inszenierung, Bühnen- und Kostümbild als auch die Musik versuchen, den Mythos und die Kulturen auf mehreren Ebenen aufzugreifen. Sei es in der von Geppert entwickelten „Unterwelt“ oder in Moralys musikalischen Elementen aus dem westeuropäischem, aber eben auch arabischem Raum.

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Eurydike | West-Eastern Divan Orchestra

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