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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Lesung: Buch nimmt Häftlinge mit auf Reisen

31.12.2016

Oldenburg Das passiert nicht alle Tage: Eine Lesung hinter Gefängnismauern überwacht durch Sicherheitskameras mit einem anschließenden Gespräch zwischen der Schriftstellerin und den Inhaftierten bei Kaffee und Keksen. Zwischen Weihnachten und Neujahr geht es auch in der Justizvollzugsanstalt (JVA) etwas ruhiger zu, da die Arbeiten der Insassen, die sonst den Alltag bestimmen, größtenteils eingestellt werden. Schon zum sechsten Mal kam die Oldenburger Autorin Christine Metzen-Kabbe am Donnerstag für eine Buchlesung ihres Märchenromans in die JVA. In der zweistündigen Veranstaltung mit anschließender Fragerunde ging es um ihr Buch „Der Feind des Mantis von Zor“, der zweite Band aus der Reihe „Die Geschichte der Stadt Zor“.

„Es ist Abwechslung, da man zu dieser Zeit auf den Flur beschränkt ist“, so ein Inhaftierter, der an der Lesung teilnahm. In der Pause der Veranstaltung beschrieb er das Buch als fantasieanregend und interessant, obwohl er sonst lieber Sachbücher liest. „Es muss mich auf eine Reise mitnehmen“, sagt er.

Das hat die Autorin geschafft: In dem Buch geht es um den Mantis von Zor und seine Frau Silvana, die mit ihren beiden Söhne eine gefährliche Reise nach Kusch antreten. Bei der Lesung in der Kapelle der JVA konzen-trierte sich Metzen-Kabbe auf einzelne Passagen des Romans und auf das Hauptthema „Identität“, da die verschiedenen Charaktere des Buches den Zuhörern Gelegenheit geben sich mit ihnen zu identifizieren.

Lesung der etwas anderen Art: Für die 63-jährige Autorin war der Veranstaltungsort bei ihrem ersten Besuch vor sechs Jahren sehr ausgefallen. „Der Sicherheitscheck war ungewohnt“, so die Schriftstellerin, „und ich wusste nicht, wie die Männer reagieren werden.“ Doch es war immer ein Erfolg: „Für mich ist das etwas ganz Besonderes“, sagt Metzen-Kabbe, die die Veranstaltung zu einem Highlight für die Inhaftierten machen wollte, da diese sonst nicht viel hätten.

Gefängnisseelsorgerin Pfarrerin Angelika Menz weiß, dass gerade die Zeit zwischen den Feiertagen für einige Insassen sehr schwierig ist. Manche sind besonders dann daran erinnert, dass sie nie ein schönes Weihnachtsfest hatten – andere erinnern sich an vergangene Feiern. „Für die, die Kinder haben, ist Weihnachten natürlich umso schmerzhafter“, so Menz. Auch der Langeweile und dem Grübeln soll diese Form der Abwechslung entgegenwirken. Im nächsten Jahr soll wieder eine JVA-Lesung mit der Oldenburger Autorin stattfinden.

Anna-Lena Sachs Redakteurin / Online-Redaktion
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