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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Bücher statt Soldaten in Kaserne

11.04.2012

OLDENBURG Wie zieht man mit 420 000 Büchern um? Eine Herausforderung, die die Landesbibliothek Oldenburg vor 25 Jahren meisterte, als sie ihren Standort vom Zeughaus Ofener Straße an den Pferdemarkt verlegte. „Wir nehmen das Jubiläum 220 Jahre Landesbibliothek und 25 Jahre am Pferdemarkt zum Anlass, zu einem Tag der offenen Tür einzuladen“, berichtet Bibliotheksdirektorin Corinna Roeder.

Am Sonnabend, 21. April, öffnet die Bibliothek unter dem Motto: „Wir geben Wissen weiter“. Zum Programm gehören ein Bücherflohmarkt, Lesungen, Führungen und bunte Mitmach-Aktionen für Kinder. Die Buchbinderei öffnet, die Bibliotheksgesellschaft lädt zu Lesungen ein und das Digitalisierungsprogramm wird vorgestellt. Außerdem holt die Bibliothek ihr kostbarstes Buch aus dem Tresor: Zu sehen sein wird der Sachsenspiegel von 1336.

Außerdem wird um 11 Uhr eine Fotoausstellung eröffnet, in der der damalige leitende Architekt, Reinhard Fritsch, Revue passieren lässt, wie die ehemalige Kaserne unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes zu einer modernen Bibliothek umgebaut wurde. Er verantwortete die Außen- und Innengestaltung, bis hin zu Türklinken, kaschierten Neonröhren und gestreiften Teppichböden.

Die größte Herausforderung, so erinnert er sich, sei es gewesen, die schweren Traglasten durch die Bücher auf den alten Mauern der Kaserne elegant zu verteilen. „500 Kilogramm pro Quadratmeter lautet die Vorschrift für Magazine“, berichtet Fritsch, der innen mit freier Hand kleinteilige Kommissstuben einreißen und in lichte Bibliotheksräume umgestalten ließ. Er ließ auf allen Ebenen Trag-Säulen einziehen. „Die Kon-struktion war sogar so stabil“, erzählt Dr. Egbert Koolman, damals stv. Bibliotheksdirektor, „dass später noch der schwere Tresor für den Sachsenspiegel eingebaut werden konnte.“ Das heute noch moderne lichte Foyer und die große Glas-Eingangstür zum Pferdemarkt trafen nicht sofort überall auf Gegenliebe.

Mit vereinten Kräften setzte man sich beim Denkmalschutz aber dafür ein, dass der ehemalige Eingang der Kaserne von der Seite direkt zum Pferdemarkt verlegt werden durfte. „Wir fürchteten, dass wir sonst zu wenige Besucher haben würden“, beschreibt Koolman die Ängste jener Zeit. Damals hatte man den Standort an der Ofener Straße zunächst schweren Herzens aufgegeben. Schließlich hatte es zuvor schon fast fertige Pläne gegeben, die Bibliothek in Richtung Feuerwehr und Parkplatz zu erweitern, damit weiterhin die Schülerinnen der nahen Innenstadtgymnasien kurze Wege hätten. Sie machten damals etwa 40 Prozent der Ausleiher aus.

Inzwischen sehen alle den Standort Pferdemarkt als gelungen an. Die Zahl der Nutzer hat sich bis heute mit insgesamt 9550 fast verdoppelt. Die Zahl der Ausleihen hat sich mit 310 000 Exemplaren sogar fast verdreifacht.

Umgebaut wurde vom August 1984 bis Dezember 1986 unter der Bauleitung des Staatshochbauamts Oldenburg-Nord (Baudirektor Dipl.-Ing. Gerhard Cordes). Betreut wurde der Umbau damals von Friedhelm Seier, heutiger Leiter des Staatlichen Baumanagements Weser-Ems. Die Kosten des Umbaus betrugen 16 Millionen DM.

420 000 Bücher, wovon denen 409 000 ausleihbar waren, zogen zwischen dem 16. Februar und dem 6. April von der Ofener Straße zum Pferdemarkt. Offiziell eingeweiht wurde der neue Standort mit einem Festakt am 22. April 1987. In dem neuen Gebäude gelang eine Vergrößerung der Magazinfläche von 1500 auf 2960 Quadratmeter. Neu eingerichtet wurde ein Freihandbestand von 12 000 Bänden.

Heute besitzt die Landesbibiliothek 836 000 Bände sowie digitale Medien. Der Gesamtetat betrug 1987 insgesamt 2 847 000 DM und beträgt heute 2 632 000 Euro.

 @   http://www.lb-oldenburg.de

Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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