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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Gemeinsinn trägt großes Projekt sicher

25.06.2019

Bümmerstede Selbst, wer die Seite im Programmheft nur überfliegt, auf der sich die GAG-Chöre für vielfältige Hilfen bedanken, bekommt eine Ahnung davon: Was steckt da für eine intensiv geplante Arbeit und was für ein tragender Gemeinsinn in diesem Projekt!

Es hat Tradition, dass die Graf-Anton-Günter-Schule außerhalb des schulischen Rahmens große Chorwerke aufbereitet. Und beim Aufwand für die große c-Moll-Messe KV 426 von Wolfgang Amadeus Mozart in der St.-Josef-Kirche im Stadtteil Bümmerstede lässt sich die Frage kaum unterdrücken: Können solche aufwendigen Gemeinschaftswerke in Zeiten steigender schulischer und persönlicher Belastungen und sich ändernder Verbindlichkeiten bestehen?

Oliver Dierks ist seit dem Jahr 2005 der Motivator und Beweger. Er hat es verstanden, Begeisterung für den A-Cappella-Gesang zu entfachen, einen Rahmen für die Projekte zu setzen und dazu eine angemessene künstlerische Qualität einzufordern. Die Aufführung von Mozarts bedeutendster Messe sowie dreier umrahmender Kompositionen stellt der Singkultur an der Schule und in ihrem Umfeld das beste Zeugnis aus. Im Einsatz ist neben dem eigentlichen Schulchor der aus Ehemaligen, Eltern und Kollegen gebildete Kammerchor. Zudem sind gleichgesinnte Mitruderer ins Boot gestiegen, aus Osnabrück die beiden unter dem Namen „Carolinum Cantat“ zusammengefassten Chöre des Gymnasiums Carolinum. Auch sie formieren sich aus Schülerinnen, Schülern, Ehemaligen und Eltern. Tags zuvor sind alle im Osnabrücker Dom aufgetreten.

Die Chormasse steht keineswegs für schiere Klangwucht. Natürlich bricht das „Gloria“ herein wie gleißendes Licht, und das „Gratias“ rüttelt wie mit einem Schlag auf. Doch Oliver Dierks vermeidet es, rein mit Wohlklang oder Dramatik über die Brüche dieses Werks hinweg zu laufen. Mozart hat diese Messe unvollständig abgeliefert. Sie erklingt hier in der maßvollen Ergänzung durch Frieder Bernius.

Zusammen mit der höchst engagierten und klangschönen Kammersinfonie Bremen schlägt der Dirigent zügige Tempi an, aber ihm entgleitet nichts. Der Duktus ist plastisch und energisch. Die Chöre agieren höchst lebendig, wirken auch im Forte nicht nur gewaltig. Und die punktierten Rhythmen im „Qui tollis“ rastern sie überaus präzise.

Die beiden Solistinnen sind mitreißende Mozart-Soprane, Romy Petrick aus Dresden und Natalia Atamanchuk aus Osnabrück. Nur im Forte vergrößert die Raumakustik die Dynamik etwas stark. Den Männerstimmen Goetz Philipp Körner (Hannover/Tenor) und Genadijus Bergorulko (Osnabrück/Bass) bleiben Einwürfe. Ohne Pathos wird insgesamt eine bewegende Dramatik aufgebaut.

Drei bekannte Kirchenwerke Mozarts runden das Programm ab: Das „Laudate Dominum“ und das „Ave Verum“, dirigiert von der Osnabrücker Chorleiterin Jutta Albrecht-Laaff, sowie die Motette „Exultate, jubilate“ KV 165 (leider ohne das Rezitativ und die Anadante-Arie in der Mitte).

Dieses Bravourstück mag einen Fingerzeig geben, warum Mozart die Messe in Bruchstücken hinterließ: Die Oper stand ihm immer näher – und mit der katholischen Kirchenmusik hatte er 1783 nicht mehr viel am Hut.

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