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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

So entsteht Kunst zum Tauschen

16.02.2019

Bürgerfelde Seit drei Jahren läuft bereits das Projekt „Martha tauscht“ im Atelier Martha am Hackenweg 33. Fünf Künstlerinnen und ein Künstler rufen auf, Tauschgegenstände abzugeben, aus denen dann neue Material-Collagen entstehen. An den nächsten Tagen der offenen Tür am 30. und 31. März werden diese dann ausgestellt und an Interessierte verteilt. Aber nur dann, wenn man selbst vorher einen Tauschgegenstand zur Verfügung gestellt hat.

Da ist dann auch das Skelett einer Wanduhr dabei. „Die ist einem älteren Herrn von der Wand gefallen“, sagt Tina Pöpken. „Mal sehen, was daraus noch entsteht“, ergänzt sie. Tina Pöpken arbeitet gerade an einer Espressotasse mit Untertasse. Es ist schon erkennbar, dass es mal so etwas wie ein Schwarzwälder Hütchen mit den typischen Bollen werden soll. Natürlich in klein.

Namhafte Köpfe

Theo Haasche hat sich das Innenleben einer Pralinenschachtel vorgenommen. Umgedreht stehen kleine runde Säulen aufrecht. Sie bekommen alle ein Gesicht aus dem Fundus einer Illustrierten aufgeklebt. „Eine Galerie namhafter Köpfe“, so Haasche.

Beate Lama versucht aus einer Grillplatte, pinkfarbener Wäscheleine und Fotos ein Kunstwerk zu schaffen, dass sicherlich bald in Oldenburg ein Wohnzimmer schmücken wird. Und Petra Jaschinski nimmt kleine Glasscheiben, bemalt sie mit Glasfarbe und rahmt sie ein. Ja, und man glaubt nicht, dass auch ein ausgedienter (aber gereinigter) Putzlappen zur Kunst werden kann, wenn er mit Fotos von Karotten und Gemüse „geschmückt“ und gerahmt wird.

Zum letzten Mal können die Besucher am 30. und 31. März ausrangierte Gegenstände (zum Beispiel alte Bilderrahmen und Bilder, Stoffe, Wolle, Glas und Porzellan oder auch Holz- oder Plastikgegenstände) aus ihrem Haushalt mitbringen und gegen ein kleines Kunstobjekt eintauschen. Zum Ende des Jahres läuft die Aktion aus.

Mit dieser Aktion vereint die Künstlergemeinschaft zwei Themen, die ihr wichtig ist: Zum einen verstehen die Mitglieder das kreative Aufarbeiten als künstlerische Verlautbarung für mehr Nachhaltigkeit und gegen die heutige Wegwerfgesellschaft. Zugleich möchten sie aber auch mit ihrer Tauschaktion auf die immer selbstverständlicher werdende unentgeltliche Vereinnahmung künstlerischer Arbeit durch öffentliche und kulturelle Institutionen aufmerksam machen.

Die Künstler des Ateliers Martha wünschen sich eine faire Wertschätzung für Kunst und Umwelt. „Wenn ein Museum unsere Kunstwerke ausstellen möchten, erwarten wir dafür eine finanzielle Gegenleistung“, so Petra Jaschinski, neben Theo Haasche Gründungsmitglied. Beide geben auch Kurse im Atelier.

Die Künstlerinnen und Künstler leben von ihrer Leidenschaft. Und trotzdem: „Manchmal ein Scheißberuf“, steht auf einem Bild an der Wand. Die Malereien, Plastiken, Keramiken, Installationen und Skulpturen zeugen von einer hohen Professionalität der aktiven Kunstschaffenden.

Mit Live-Musik

Die Künstlergemeinschaft öffnet am Samstag, 30. März, von 14 Uhr bis Mitternacht und am Sonntag, 31. März, von 11 bis 18 Uhr ihre Türen im Hackenweg 33. Gezeigt werden die Werke von Theo Haasche (Malerei), Petra Jaschinski (Malerei und Keramik), Beate Lama (Objekte, Malerei und Fotografie), Nina Jersch (Malerei) und Tina Pöpken (Malerei und Fotografie). Zusätzlich dürfen sich die Besucher am Samstag auf das Konzert von „BlackBirdPoetry“ freuen. Los geht’s um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Informationen unter Telefon   80 00 66 20 (nach 17 Uhr) oder


     www.facebook.com/ateliermartha 
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