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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Bukahara entfaltet Magisches

03.07.2017

Oldenburg Ach ja, Kultursommer ist doch am schönsten, wenn die Sonne den Musikern auf dem Schlossplatz ins Gesicht scheint. Und nicht, wenn sich der Regenschirm in den Hinterkopf des Nebenmanns im Publikum bohrt. So gesehen, war der Auftritt der Kölner Band Bukahara der bisher schönste des 39. Kultursommers. Aber: Sonne allein reicht nicht für gute Festivalstimmung.

Es war eben ein Sonnabend, an dem alles zusammenpasste: Erstens war das Wetter so gut, dass zweitens der Platz mit rund 4000 Leuten bestens gefüllt war, was drittens auch der Musik geschuldet war: Bukahara muss man einfach gesehen haben, ihr eigenwilliger Mix aus (Selbstbeschreibung) „Gipsy, Reggae, Folk und Arabic–Balkan Sound“ entfaltete im warmen Abendlicht eine wunderbare Magie.

Das mag zunächst einmal am Können der Musiker liegen, die viele kulturelle Einflüsse in sich vereinen. Soufian Zoghlami, Ahmed Eid, Daniel Avi Schneider und Max von Einem sind hervorragende Multiinstrumentalisten, geschult ebenso bei Hutkonzerten in Fußgängerzonen wie in Seminaren von Jazz-Akademien. Eine Grundausbildung, die sich in den Songs von Bukahara widerspiegelt: Auf technisch gutem Level geht es darum, die Fans zum Tanzen zu bringen, sie gut zu unterhalten – mit einem unaufdringlichen musikalischen Trip durch alle Kontinente.

Weltmusik nennt man solch ein Programm gemeinhin – doch Bukahara gehen darüber hinaus und verbinden Widersprüchliches. Sie verschmelzen Stile, fügen Ska-Rhythmen zur klagenden Balkan-Geige, lassen englischen Hip-Hop mit einer deutschen Tuba den besten Takt finden oder swingen mitten im arabischen Wüstensturm.

Die kompetente Arbeit an und mit den Klängen dieser Erde hat Bukahara eine große und treue Anhängerschaft beschert, das war beim Kultursommer-Auftritt deutlich zu spüren. Größer als üblich war die direkte Publikumsreaktion auf das Bühnen-Geschehen, stärker als sonst war der euphorische Beifall nach dem fast schon rockigen „Eyes wide shut“, dem letzten Song des offiziellen Teils. Dass die Oldenburger danach sogar eine zweite Zugabe erklatschten, zeigte, wie zufrieden auch die Kölner Musiker mit ihrer Show waren.

Am Ende stand die Erkenntnis: Es müssen nicht unbedingt die üblichen Band-Besetzungsregeln gelten. Auch mit einem Sammelsurium an Posaune, Geige, Stand-Bass, Wanderklampfe und alle Art Schlagwerk kann man Erfolg haben. Die musikalische Reise von Bukahara durch die Welt geht weiter.

Klaus Fricke

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