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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Bunter Kampf für gleiche Rechte

13.06.2012

OLDENBURG Die Straße wird bunt: Am Sonnabend werden 10 000 Teilnehmer zum Christopher Street Day (CSD Nordwest) in Oldenburg erwartet, viele davon aus dem Umland, dem weiteren Norddeutschland und den Niederlanden. Zum 18. Mal zieht der bunte Zug rund um die Innenstadt, doch Annie Heger, Sprecherin der Organisatoren, möchte ihn nicht als Karneval missverstanden wissen: „Es geht darum, sich selbst zu vergewissern: Ich bin so richtig und gut, wie ich bin; und das kann auch sehr bunt sein.“ Folge­richtig heißt das Motto in diesem Jahr „Alles außer gewöhnlich“. Die Demonstration von Lebensfreude gehört seit den Anfängen der CSD–Bewegung 1969 dazu.

Dass der CSD „die“ Veranstaltung für den Nordwesten und darüber hinaus ist, führt Heger aber auch darauf zurück, dass die Veranstaltung eine politische ist. So haben etwa Bremer Initiativen 2011 einen eher kommerziell ausgerichteten Veranstalter zurückgewiesen, der in der Hansestadt einen eher rein partymäßigen CSD etablieren wollte – mit dem Hinweis, man habe einen eigenen CSD: den in Oldenburg.

Für die Oldenburger Veranstalter ist klar: Der Kampf um gleiche Rechte ist noch lange nicht vorbei, auch wenn schon viel gewonnen ist. Das zeige sich unter anderem daran, dass es noch kein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare gebe und auch die künstliche Befruchtung nicht klar geregelt sei. Heger: „Im Grundgesetz Artikel 3 gibt es eine Aufzählung, aus welchen Gründen man nicht diskriminiert werden darf – die sexuelle Identität gehört nicht dazu.“ Eine solche Verankerung könnte Schwulen und Lesben ein Stück weit die Angst nehmen, dass ihre Rechte – wie vor allem in osteuropäischen Ländern – zurückgedreht werden könnten.

Ähnliches gelte für das Gleichbehandlungsgesetz, das unter anderem in der Arbeitswelt vor Diskriminierung schützt. Allerdings, so Heger, gelte das nicht für kirchliche Arbeitgeber, was sie als überzeugte Christin besonders ärgert – zumindest wenn es um Einrichtungen von Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen geht.

Nur zur Erinnerung: Homosexuelle haben noch heute in etwa 80 Ländern der Welt strafrechtliche Sanktionen zu fürchten, wenn ihre sexuelle Orientierung bekannt wird. In sieben Ländern wird für homosexuelle Handlungen die Todesstrafe verhängt.

 @   http://www.csd-nordwest.de

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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