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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Csd In Oldenburg: Buntes Bekenntnis für gleiche Rechte

22.06.2015

Oldenburg Dustin (22) küsst Patrick (24). Die beiden jungen Männer stehen am Sonnabend eng umschlungen auf dem Schlossplatz. Sie tragen kurze Sporthosen, Tanktops und Glitzer auf der Haut. Sie sind ein auffälliges Paar, und irgendwie auch wieder nicht: Denn sie sind Teil der großen Party zum Christopher Street Day (CSD) im Anschluss an den Demonstrationszug und feiern unter 10 000 Gleichgesinnten. Dustin ist zum 3. Mal beim Oldenburger CSD dabei. „Oldenburg ist genial“, sagt der Bremer. Sein Freund Patrick schätzt die „Partystimmung und die Toleranz“, die ihm als Homosexuellem hier entgegengebracht wird.

Hier der CSD-Live-Ticker zum Nachlesen

Die Jungs machen Selfies mit Michaela (30) und Kerstin (38) aus Altenoythe. Es gibt keine Berührungsängste bei diesem Fest – auch nicht gegenüber Heteros wie Michaela und Kerstin: „Wir sind inkognito hier“, lachen die Frauen. Und im Ernst: „Wir haben in unserer Clique zwei Lesben – die wollen wir unterstützen. Lesbe ist für uns kein Schimpfwort“, betont Kerstin.

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Durch die Menge streift „Schwester Lea“ mit weiteren „Nonnen“ vom Orden der perpetuellen Indulgenz, was so viel heißt wie „immerwährende Lebensfreude“. Die Aktivisten sind mehr als schwule Männer in Nonnenfummeln, die Symbole religiöser Schwesternorden satirisch nachempfinden: Ihr Markenzeichen ist das weiß grundierte und bunt geschminkte Gesicht. „Das symbolisiert den Tod, dem wir aber durch die farbigen Akzente das Leben und die Freude entgegensetzen“, sagt „Schwester Lea“ (29). Ihre Mission: Spenden für HIV- und Aids-Projekte sammeln und Safer-Sex-Materialien verteilen.

Nicht minder sticht Christian aus der Masse hervor – der 45-jährige Hamburger trägt nicht nur ein wallendes Kleid, sondern auch einen gigantischen Hut aus selbst genähten Stofftieren. Sein Motto lautet „Monster“. Drei Monate hat er an seinem Outfit gearbeitet. Die Plüsch-Armee auf seinem Kopf wiegt „etwa sechs bis zehn Kilo“, schätzt Christian, der in Oldenburg seinen 13. CSD feiert: „Der ist das Nonplusultra in Niedersachsen. Er verbindet in schöner Weise Event und Botschaft.“

Sehen Sie noch mehr Bilder vom CSD
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Diese Botschaft ist eindeutig: weg mit Homophobie, her mit vollständiger Gleichberechtigung. Ein Zeichen setzen Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Klemens Sieverding, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins Lesben- und Schwulentag (Lust), gleich am Anfang der Demo. Sie reißen am Startpunkt an der Rosenstraße eine Tapeten-Wand nieder, die zwischen den Straßenecken gespannt ist und den Blick auf den Demonstrationszug versperrt. „Homos raus“ stand auf der Tapete geschrieben.

Angeführt von Krogmann beschallen 16 Motivwagen und zahlreiche Fußgruppen die Innenstadt mit Partymusik und erreichen so die Aufmerksamkeit aller, die rein zufällig vorbeikommen. 7000 Menschen vereint der Zug, schätzt die Polizei.

Alle Berichte zum CSD sowie zur Homosexuellen-Szene in Oldenburg hier im Spezial

Nach zwei Stunden geht es auf dem Schlossplatz weiter: Seifenblasen fliegen, Bands wie die „Bumms Boys“, „Lila Antenne“ und „Die Kusinen“ spielen auf der Bühne, Sänger Roman Lob sorgt für Schmacht-Alarm. Es werden Regenbogen-Fahnen und zwischendurch immer wieder Reden geschwungen.

Beherrschendes Thema ist die Homo-Ehe. Jürgen Krogmann bekennt sich zu Vielfalt und verspricht: „Mein ,Ja’ habt ihr!“ Lust-Sprecher Kai Bölle kritisiert CDU und CSU für ihre ablehnende Haltung heftig und ist umso gespannter auf die Rede des stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Christoph Baak, der als erster Christdemokrat überhaupt beim Oldenburger Christopher Street Day spricht. Das Problem: Viele wollen ihm nicht zuhören. Baak wird ausgebuht, bis Künstlerin Annie Heger, langjährige CSD-Macherin, ihm zur Seite springt und Toleranz anmahnt.

Wenig später geht die Party weiter. Helene Fischers Super-Hit erschallt. Atemlos fragt sie, was Liebe alles mit uns macht.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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