• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Trauer um verstorbene Schauspielerin
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 8 Minuten.

Hannelore Elsner Ist Tot
Trauer um verstorbene Schauspielerin

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Der Reiz einer starken Frau

27.05.2017

Oldenburg Heutzutage kann man es sich gar nicht mehr vorstellen, dass die weltbekannte und vor allem auch weltweit beliebte Oper Carmen von Georges Bizet (1838 bis 1875) bei ihrer Uraufführung am 3. März 1875 floppte. Dies lag vor allem an der Figur der Carmen selbst.

„Es war damals eine Revolution, nicht nur eine Frau in den Mittelpunkt zu stellen, sondern ebenfalls eine solche Frau“, erklärt Dramaturgin Valeska Stern. Angefangen bei der Stimmlage der Hauptdarstellerin als Mezzosopran, die schon eine gewisse Dunkelheit und Diabolik verkörpert und nicht als strahlend heller Sopran, der die Frau in ihrer traditionellen Rolle als aufopferndes, liebendes, selbstloses Weib unterstreicht. Carmen hat dagegen als einziges Ziel ihre persönliche Freiheit und denkt gar nicht daran, sich für die Liebe aufzuopfern. Sie will selbstbestimmt leben. Auf eine solche starke Frau kann man sich in der Inszenierung von Regisseur Robert Lehmeier, die an diesem Sonnabend im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters Premiere feiert, freuen.

Die folkloristische Verklärung der Carmen mit langen Flamencokleidern, Kastagnetten und hübsch anzuschauen, die im Laufe der Zeit entstanden ist, wird es nicht geben. Stattdessen besinnt sich Lehmeier wieder auf die Ursprünge mit Carmen als einer Femme fatale, von der eine gewisse Zerstörungskraft ausgeht.

Bühnenbildner Stefan Rieckhoff und Regisseur Lehmeier fühlten sich vom Interieur des Großen Hauses an die alten Pariser Varietés und Revuetheater erinnert und der Zuschauerraum wird optisch auf der Bühne fortgeführt. Die Handlung wird aus Sevilla, welches schon zu Bizets Zeiten eher als Symbol für Exotik zu verstehen war, nach Paris in ein solches Etablissement verlegt. Carmen ist hierin der Star des Abends, von den Männern umschwärmt, doch für keinen zu haben.

Im Kontrast zu Carmen steht die eher schwache männliche Hauptfigur Don José, ein Sergeant beim Militär. Er befindet sich im Zwiespalt zwischen der aufreizenden Carmen und seiner Jugendfreundin, der braven Micaёla.

Lehmeier erläutert: „Er ist in der Oper ein ganz klassischer Held. Zusammen mit Micaёla hat er die schönsten Arien und die konservativste Musik. Wir erzählen sehr aus seiner Perspektive.“

Don José ist ein sehr biederer und bürgerlicher Charakter, der sich aber auch stark nach der Wildheit und Unabhängigkeit sehnt, die Carmen verkörpert. In seiner Zerrissenheit würde er Carmen am liebsten seine bürgerlichen Wertvorstellungen aufzwingen und scheitert damit dramatisch.

„Die Inszenierung löst sich von den biederen Klischeevorstellungen, die sich über die vergangenen 150 Jahre an Carmen festgeklebt haben, und führt zurück zu dem revolutionierenden Gedanken, den Bizet dabei hatte“, fasst Stern die Operninszenierung zusammen.

Als Mezzosopranistin des Hauses gibt Melanie Lang ihr Carmen-Debüt. Den Don José singt bis zur Sommerpause der Amerikaner Evan LeRoy Johnson. Es ist sein erstes Engagement in Deutschland.

Als Stierkämpfer Escamillo ist in der Premiere Tomasz Wija zu hören. Die Rolle der Micaёla übernimmt Anna Avakian. Die musikalische Leitung hat Hendrik Vestmann inne.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.