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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Natur: Aufpassen, wenn die Schrecken kommen

25.08.2018

Dammtor Sie sind klein, zart und giftgrün. Nachts verirren sie sich immer mal wieder in Wohnungen. Dann sitzen sie reglos an Wänden und Decken. Gerade in diesem heißen Sommer fühlen sich diese etwa anderthalb Zentimeter langen Minis besonders wohl. Sie heißen Zartschrecke, Gemeine und Südliche Eichenschrecke und sind Heuschreckenarten.

Eine unscheinbare, denn sie singen nicht wie die großen Vertreter ihrer Spezies. „Eichenschrecken trommeln mit ihren Hinterbeinen auf Blätter“, erzählt Kay Fuhrmann, Präparator am Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg, sowie ehrenamtlich als Landschaftswart für die Untere Naturschutzbehörde tätig.

Die Ausbreitung

86 Heuschreckenarten wurden bislang auf dem Gebiet der Bundesrepublik nachgewiesen. Mehr als die Hälfte dieser Arten ist so selten oder im Rückgang begriffen, dass sie auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere steht. Generell nimmt bei den Heuschrecken die Artenvielfalt nach Süden hin stark zu. Bereits in Österreich zum Beispiel sind es rund 130 Heuschreckenarten.

Per Anhalter unterwegs: Die Südliche Eichenschrecke nutzt sogar eine spezielle Taktik, um sich über das ganze Land auszubreiten: Sie kann sich selbst bei hohen Geschwindigkeiten an Autos festklammern – und reist so hunderte Kilometer weit. (Quelle: Naturschutzbund)

Wie berichtet, hat das Museum ein Citizen-Science-Projekt (Bürgerwissenschaftsprojekt) gestartet, bei dem es darum geht, Heuschrecken zu kartieren. Zunächst war das gelbbraune Heimchen dran, nun sind es seine grünen Verwandten. Es wurde ein Gitter von 73 Planquadraten über einen Stadtplan gelegt, um in jedem dieser Abschnitte die jeweilige Anzahl und Art der 26 heimischen Heuschreckenarten zu bestimmen. Ziel ist es, eine Bestandserfassung vorzulegen, um unter anderem zukünftige Veränderungen besser nachvollziehen und vergleichen zu können. Als Ergebnis des Projektes ist eine Publikation geplant.

Laut Kay Fuhrmann ist für die Heimchen ein Punkt im Bereich Ofenerdiek auf dem Gitter hinzugekommen. Ab sofort sind Bürger dazu aufgerufen, aufzupassen, wenn sie eine der grünen Schrecken sehen. Die überwiegend die Kronenbereiche von Bäumen bewohnende Gemeine Eichenschrecke ist nach den Kartierungsergebnissen des Museums weit verbreitet. Nach dem Oldenburger Erstfund der Südlichen Eichenschrecke im Jahr 2014 breitet sich momentan aber eine nahe Verwandte im Stadtgebiet aus. Dritte im Bund der heimischen Arten von Langfühlerschrecken ist die Punktierte Zartschrecke.

Für die Unterscheidung der drei Arten stellt das Museum zum Citizen-Science-Projekt online eine einfache Bestimmungshilfe zur Verfügung. Auf der Homepage können Bürger ihre Beobachtungen melden und sich im Forum austauschen. Um die Nachweise fachlich zu überprüfen, bittet das Museum darum, das Fotos der gemeldeten Tiere zusätzlich eingereicht werden. Eine virtuelle Karte mit Neufunden soll ständig aktualisiert werden, um jedem die Möglichkeit zu bieten, das gemeinsame Forschungsprojekt zu begleiten.


Mehr Infos unter   www.naturundmensch.de 
Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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