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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Das Beste zum Finale

25.07.2016

Oldenburg Üblicherweise hebt man sich das Beste zum Schluss auf. Da aber im Kultursommer 2016 irgendwie alles wieder einmal gut war, machte das musikalische Finale am Sonnabend und Sonntag auf dem Schlossplatz keine Ausnahme. Oder vielleicht doch, vielleicht waren die letzten beiden Konzerte noch ein Wimpernschlag besser als alle anderen.

Letztendlich ist die Bewertung eines Auftritts natürlich jedem Gast selbst überlassen – einig war man sich dabei sicher, dass die Show des Schweizer Künstlerkollektivs „We Invented Paris“ etwas ganz Besonderes war. Verständlich, hat sich Band-Vordenker Flavian Graber doch ganz dem heute so beliebten Indie-Pop verschrieben. Gleichzeitig ist der Sänger und Gitarrist ein musikalischer Schatzsucher: Er nimmt in vielen seiner Lieder die englische New-Wave-Rhythmik und -Emotionalität der 1980er Jahre auf und transportiert sie in die Moderne.

Optisches Zeichen dafür ist der Einsatz eines Umhängekeyboards, das einst durch Herbie Hancock und Uwe Fahrenkrog-Petersen (Organist bei Nena) berühmt gemacht wurde. „Ich weiß nicht, ob das nun peinlich ist oder schon Kult“, lachte Graber am Sonnabend den rund 4000 Zuschauern zu. Sprach’s, hängte sich das gute Stück über die Schulter – und bescherte seiner Band einen Sound, der im Nu weitaus druckvoller und breiter war als der des eher spröden Auftakts.

Dass „We Invented Paris“ inzwischen zu Recht mit R.E.M. verglichen werden, dass 80er-Jahre-Ikonen wie Prefab Sprout und Wire musikalisch Pate stehen, wurde nun ganz deutlich. In Songs wie „Auguste Piccard“, „Farmer“ oder „Iceberg“ breitete die Gruppe ein großes Spektrum an Melodien und Gefühlen aus, das die Zuschauer zum Tanzen oder mindestens zu verschärftem Kopfnicken animierte. Um die Distanz zum Publikum zu verringern, wagte das Quartett, in dem Gitarrist Bruce Klöti glitzernde Akzente setzte, sogar den Gang auf das Pflaster. Und als gegen Ende der Show bei „Nothing to say“ wieder auf der Bühne zum ekstatischen Trommeltanz gebeten wurde, war endgültig kein Halten mehr.

Beste Einstimmung mithin für den krönenden Kultursommer-Abschluss: Die bunte Bande vom Systema Solar hatte ihre Kostüme und Instrumente ausgepackt und forderte von den Zuschauern am warmen Sonntagabend die letzten Konditionsreserven heraus. Die schwungvolle Party der Kolumbianer auf dem noch einmal bestens gefüllten Schlossplatz war ebenso hörens- wie sehenswert. Systema Solar (zu Deutsch: Sonnensystem) zelebriert Cumbia – jener einzigartige Musik-Mix aus lateinamerikanischer Folklore und karibisch-internationalem Rock, Techno, Reggae und Rap – mit Intensität und großer Spielfreude. Das musikalisch-visuelle Kollektiv wurde seinem Schlachtruf „Kommt und tanzt mit uns“ voll gerecht – und versüßte den Oldenburgern so den Abschied vom Kultursommer 2016 zumindest ein wenig.

Klaus Fricke

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