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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Jugend Musiziert: Das lange Warten auf den großen Auftritt

07.02.2017

Oldenburg Klick. Linnéa öffnet den Verschluss ihres Oboenkoffers. Das zehnjährige Mädchen holt zuerst das Pfahlrohr heraus und weicht es in Wasser ein. Dann setzt die junge Oldenburgerin Oberstück, Mittelstück und Becher vorsichtig zusammen und stellt ihr Instrument auf einen Ständer auf den Boden. Aufgeregt läuft sie auf die andere Seite des Tisches zu Erik (8), Johan (9) und Melina (8). „Puh, noch so lange warten“, sagt Linnéa und blickt auf die Uhr. Es ist kurz vor elf. Eine Viertelstunde vor Konzertbeginn und gut eine Stunde vor ihrem Auftritt.

Die vier jungen Oldenburger gehören zu den 61 Preisträgerinnen und Preisträgern beim diesjährigen Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“, den Christel Kelemen und die Musikschule der Stadt Oldenburg organisiert haben. Am Sonntag fand das Preisträgerkonzert im ausverkauften Kleinen Haus am Oldenburgischen Staatstheater statt. Ende Januar hatten sich die jungen Musiker gegen 120 Kinder und Jugendliche aus der Stadt Oldenburg, dem Ammerland, den Landkreisen Wesermarsch und Friesland sowie Wilhelmshaven durchgesetzt.

Eine fröhliche Melodie erklingt. Neugierig steckt die „Piccolo Banda“ ihre Köpfe durch die Tür der Orchesterumkleide. Das Holzbläserquintett des Jugendsinfonieorchesters spielt noch einmal Ferenc Farkas „Antiche Danze Ungheresi“ durch.

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In der Orchesterumkleide

Geerdet, wie ein Baum steht Konstantin Kösling da. Der 16-jährige Hornist bildet eine solide rhythmische Grundlage. Katharina Muhr (15) neben ihm wiegt sich mit ihrer Klarinette im Takt der Musik. Fagottistin Talea König (16) erwischt einen Einsatz nicht ganz. Nach einem Blick zu Querflötist Johannes Zimmermann (15) und Oboistin Lea Schröder (14) prustet sie los und steckt die anderen an.

„Konzentriert noch mal“, fordert sie ihr Lehrer Joaquim Palet auf. Um einen Notenständer in der Mitte stehen die fünf Musiker im Kreis. Der zweite Durchlauf funktioniert reibungslos. Dann heißt es für die „Großen“ ab in den Saal.

„Mir ist langweilig“, sagt Linnéa und zieht die Mundwinkel nach unten. „Lass uns was spielen“, schlägt Erik vor und holt das Kartenspiel „Drecksau“ hervor. Dabei summen sie. Drei Runden und eine halbe Stunde später haben sie genug. Sie gehen auf Erkundungstour durch den Raum. Hinter ihnen die weiß-lackierten Holzspinde der Instrumentalisten des Oldenburgischen Staatstheaters. In der Ecke stehen Notenständer, auf den Schränken liegen Dämpfer für eine Trompete, auf den Tischen und auf dem Boden liegen die geöffneten Instrumentenkoffer, Jacken und Taschen der jungen Musiker.

Den Ablauf durchgehen

„Wir üben noch einmal den Ablauf“, sagt Musikschullehrer und Solohornist Palet in seiner ruhigen, geduldigen Art. Dann heißt es in der richtigen Reihenfolge auf die Bühne gehen, den Text aufsagen und „Auf einem persischen Markt“ von Albert William Ketèbey noch einmal spielen.

Die Aufregung steigt. Mit dem Instrument in der Hand geht es durch die Gänge im Staatstheater hinter die Bühne. „Hier riecht es wie in einer Werkstatt“, sagt Johan und blickt an den riesigen Bühnenbildern empor. Dann geht alles ganz schnell.

Mit pochenden Herzen laufen die vier Grundschüler auf die Bühne. Der Auftritt läuft glatt. „Es war so gut“, freut sich Linnéa. Sie flitzt in den Zuschauerraum zu den stolzen Eltern. „Das haben sie super durchgezogen“ freut sich Lehrer Palet.

Acht Stücke später ist das Holzbläserquintett dran. Fix die Notenständer rücken und los. Auf der Bühne wirken Lea, Talea, Katharina, Konstantin und Johannes ganz souverän. Sie haben nicht umsonst den ersten Preis in ihrer Kategorie gewonnen. Ein verpasster Einsatz fällt nicht auf.

„Es war schon geil auf dieser Bühne zu spielen“, sagt Talea und zerlegt ihr Fagott für den Transport in seine Einzelteile. Milena und Katharina ziehen ein Tuch mit einem langen Band und Gewicht am Ende durch die Querflöte und die Klarinette. Neben ihnen verstaut Linnéa ihr Instrument in dem mit rotem Samtstoff ausgelegten Koffer. Mit einem Klick schließt sie ihn und macht sich mit ihrem Instrument stolz und glücklich auf den Heimweg.


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Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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