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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Veranstaltungsreihe: Demenz soll in Oldenburg Stadtgespräch werden

01.06.2015

Oldenburg Wenn ein Mensch an Demenz erkrankt, wird sein Verhalten für die Familie oft rätselhaft. Reaktionen verändern sich, manches Verhalten wirkt absurd, hin und wieder unnahbar oder gar feindlich. Allein ist der Umgang mit der Krankheit und die in den meisten Fällen häusliche Pflege für Angehörige und Betroffene kaum zu bewältigen. „Und das Problem wächst“, sagt Dr. Gerd Pommer, Mediziner und Vorsitzender des Versorgungsnetzes Gesundheit Oldenburg. Rund 2800 Demenzerkrankte soll es in der Stadt zurzeit geben – und die Dunkelziffer dürfte höher liegen.

Unter dem Dach des Versorgungsnetzes Gesundheit trat am Sonntag das Demenznetz Oldenburg in der Bauwerkhalle auf dem Pferdemarkt an die Öffentlichkeit – mit dem Ziel, in der Stadt eine neutrale und niedrigschwellige Anlaufstelle zu schaffen, die Informationen geben und Hilfe vermitteln soll.

Begleitprogramm der Ausstellung

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wohnen mit Demenz“ findet am Mittwoch, 10. Juni, ab 19 Uhr in der Bauwerkhalle statt. Darin geht es um viele Modelle, auch Wohngemeinschaften und Demenzdörfer. Teilnehmer sind unter anderem Schauspielerin Ilse Biberti, Henning Scherf (Ex-Bürgermeister von Bremen) und Andrea Wedau-Löchte (Teamleiterin Wohngemeinschaft Trommelweg).

Palliative Lebenswelten sind am Freitag, 19. Juni, ab 19 Uhr Thema. Susanne Siepl-Coates, Architekturprofessorin an der Universität Kansas (USA), berichtet über das Palliativzentrum Göttingen, Ina Lüdemann vom Ambulanten Hospizdienst beleuchtet das Thema „Humor in der Trauer- und Sterbebegleitung“, Brunhilde Becker (Alzheimergesellschaft) und Regine Emigholz (Pflegedienstleitung Elisabethstift) sprechen über die palliative Versorgung Demenzerkrankter.

Über das Gefühlserleben bei Demenz berichtet am Freitag, 26. Juni, um 19 Uhr Altenpflegerin Friedlinde Köhler.

Zunächst soll bis zum Sommer das Thema durch Veranstaltungen – Kooperationspartner ist die Kulturetage – Stadtgespräch werden. Auch mit Kunst: In der überfüllten Bauwerkhalle wurde zum Auftakt eine Ausstellung des Groninger Künstlers Herman van Hoogdalem eröffnet. „Gesichter der Demenz“ ist bis zum 28. Juni zu sehen (donnerstags bis sonntags 14 bis 18 Uhr). In der Galerie Staublau sind ergänzend dazu die Studien und Skizzen zu sehen.

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Berührende Bilder

Van Hoogdalem (59), dessen Mutter vor 25 Jahren an Demenz starb, hat Demenzkranke lange begleitet, Skizzen und Studien angefertigt, um am Ende großformatige Aquarell-Porträts zu schaffen, die leere Blicke in vom Leben gezeichneten Gesichtern zeigen, Stille, Resignation, Loslösung von der Welt.

Wim Heesen vom Atelier Staublau, auch er stammt aus Groningen, hat die Ausstellung gemeinsam mit seiner Frau Andrea Geister-Herbolzheimer organisiert und nach Oldenburg geholt. Der Filmemacher Gijs Wanders hat die Entstehung der Bilder und die Menschen, die porträtiert wurden, mit der Kamera eingefangen. Ausschnitte des Films sind in der Bauwerkhalle zu sehen.

„Die Bilder zeigen auch: Das sind Menschen, die trotz ihrer Erkrankung Würde besitzen und verdienen“, sagte Sabine Schicke, stellvertretende Leiterin der NWZ -Lokalredaktion Oldenburg, die die Veranstaltung moderierte.

Das sei auch ein Auftrag, für den würdevollen Umgang mit Demenzkranken Strukturen zu schaffen. Eine Vorlage, die Oberbürgermeister Jürgen Krogmann aufnahm: „Wir erhoffen uns vom Netzwerk Impulse für unsere kommunale Arbeit.“

Pommer erinnerte daran, dass mit vielen Bürgern bereits 2007 ein Zehn-Punkte-Plan zum Thema Demenz entstanden war: „Der große Aufbruch hat nicht stattgefunden.“ Das sollte sich jetzt ändern, forderte er. Das Netzwerk Demenz will dafür unter anderem beratend in politischen Ausschüssen wirken.

Ergreifende Szene

Zuvor hatte Pavel Möller-Lück vom Theater Laboratorium mit einer lebensgroßen Puppe auf der Bühne den Besuch eines Sohnes bei seiner demenzkranken Mutter nachgezeichnet. Die Missverständnisse, die Fremdheit, die explodierenden Aggressionen, die Hilflosigkeit, die Bedürftigkeit und die zwischen Zu- und Abwendung kippende Emotionalität zeichnete Möller-Lück so fein, so liebevoll, so einfühlsam, dass der schmale Grat zwischen zuweilen komischer Absurdität und tiefer Tragik fühlbar wurde.

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Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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