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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Die treibende Kraft im Hintergrund

31.01.2015

Oldenburg Den Schlagzeugstock hoch über dem Kopf halten und ihn zwischen zwei Schlägen gut sichtbar für das Publikum durch die Finger kreisen lassen. Na klar, diese erste Angeberpose, die ein Drummer lernt, die beherrscht auch Sebastian Vogt perfekt. Nur vor Zuschauern zeigt sie der Profi-Musiker so gut wie nie. „Das Schlagzeug ist für mich musikalisches Ausdrucksmittel und kein Zirkus“, sagt der 34-Jährige, der seit fünf Jahren in Oldenburg lebt.

Anstatt sich mit Soli in den Vordergrund zu drängen, macht er andere Dinge mit seinen Sticks: Zum Beispiel spüren, welchen Groove ein Song braucht. Er fühlt jeden Schlag, Vogt sieht sich als „Teil eines Songs“, er verleiht dem Ganzen mit der Geschmeidigkeit seiner Handarbeit Rhythmus und Rückhalt.

Zehnköpfiges Ensemble

Obwohl der Drummer nicht die erste Geige spielt, gibt er in seinem Bandprojekt „Charizma Soul“ doch den Ton an: Dreimal hat er mit seinem zehnköpfigen Ensemble begeisternde Auftritte im Kulturzentrum Ofenerdiek hingelegt, nun geht es am Sonnabend, 7. Februar, in die Oldenburger Kulturetage. Vogt trommelt dafür Spitzen-Musiker aus ganz Deutschland zusammen, die bereits mit vielen prominenten Künstlern zusammengearbeitet haben und deren Qualitäten höchsten Ansprüchen genügen.

Schon vor Monaten haben die Kollegen von Vogt so genannte Lead-Sheets zugeschickt bekommen, die als verbindliche Vorlage für Melodien und Harmonien der Songs dienen. Das Repertoire enthält 23 Nummern aus Funk, Soul und Pop. Mit dabei sind Hits von Earth, Wind and Fire, Stevie Wonder, Tom Jones, Michael Bublé, Joe Cocker und Chicago. Vorher wird nur ein einziges Mal gemeinsam geprobt. Sebastian Vogt ist nicht nur Drummer, Arrangeur und Bandleader, sondern auch Konzertmitveranstalter und Organisator. Da überrascht es nicht, dass er als „heimlichen Traumjob“ eine Karriere als „Musical-Director“ angibt.

Trommeln auf Kartons

Davon hat er schon als kleiner Junge geträumt. Im heimischen Kinderzimmer im Spetzerfehn, einem Örtchen zwischen Leer und Aurich, entstanden Bühnen-Skizzen für große Konzerte. „Das Leben hat einen Plan für jeden Menschen“, ist Vogt überzeugt. Seine Berufung ist das Schlagzeugspiel. Sein erstes Drumkit hat er sich im Alter von sieben Jahren aus Pappkartons zusammengebastelt. Mit 10 bekam er ein richtiges Schlagzeug. Das Trommeln brachte er sich selber bei. „Aus dem Radio habe ich Hits auf Kassette aufgenommen und herausgehört, wie man Songs begleitet“, erzählt Vogt.

Mit 13 gründete er seine erste Schülerband und spielte Songs von Green Day und den Toten Hosen nach. Mit 18 folgten erste „semiprofessionelle“ Erfahrungen mit der Band „Sunflower Sickness“, für die er trommelte und bundesweit Auftritte an Land zog. Schlagzeuger-Größen wie Jack Bruno, Chester Thompson und Curt Cress wurden seine Vorbilder. 2003 ergatterte er an der Berufsfachschule für Musik in Dinkensbühl einen von zwei begehrten Plätzen im Studiengang für Popmusik. Für die Aufnahmeprüfung büffelte er täglich sechs bis acht Stunden, um als autodidaktischer Schlagzeuger, der bis dato keine Noten konnte, seine Defizite im musikalischen Basiswissen auszugleichen. Mit Erfolg: Vogt wurde genommen und schloss 2005 das Studium mit Note 1 ab.

Er ging nach Köln, unterrichtete am Groove-Institut Mönchengladbach, an der Rheinischen Musikschule Köln, spielte mit Größen wie John Miles und Bobby Kimball, und kehrte dann doch in den Norden zurück: „Ich habe immer gemacht, was mein Herz mir sagt.“ Sein Gefühl wies ihm den Weg nach Oldenburg. Dort baute er sich ein Standbein als Schlagzeuglehrer auf – 25 Schülern im Alter von fünf bis 65 Jahren bringt er nun den Umgang mit Snare, Bassdrum, Tomtoms, Becken und Hi-Hat in seinem Proberaum am Johann-Justus-Weg bei.

Keine Tricks mit Sticks

Selber auf der Bühne zu stehen, will er nicht missen – mit den „Journeymen“, bei denen er ebenfalls am Schlagzeug sitzt, und mit dem eigenen Projekt „Charizma Soul“, das für ihn die Plattform ist, „um das zu zeigen, wofür ich stehe“. Für ihn ist es das „allerhöchste Gut, Emotionen zu erzeugen“. Und dafür muss Sebastian Vogt keine Tricks mit Drumsticks machen.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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