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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Diese Lady hat den Blues – und die Band

07.07.2017

Oldenburg Es gibt diese Momente, die über Wohl und Wehe eines Konzerts entscheiden. Gelingt er, gelingt die Show. Geht er daneben, kann man auch heimgehen. Die New Yorker Sängerin Sari Schorr, die mit ihrer Band The Engine Room am Mittwochabend auf dem Schlossplatz auftrat, benötigte weit über 20 Sekunden für diesen einen großartigen Moment. Und der machte den gesamten Auftritt groß.

Es war noch im ersten Teil des Konzerts, als Schorr zu ihrer sehr persönlich gehaltenen Ballade „Ordinary Life“ ansetzte. Der Song, aufgeführt nur mit Organist Anders Olinder, klang aus in einer einzelnen Note, und diese Note hielt die Sängerin eine gefühlte Ewigkeit. Die 4000 Kultursommer-Gäste, sonst einem munteren Schwätzchen nie abgeneigt, verstummten mit jeder Sekunde des Gesangs mehr … und als die Note schließlich verklang, brach der Applaus über die Band herein. Das Wagnis, langsame, zeitlupenartige Lieder auch vor großem Auditorium zu zelebrieren, war gelungen.

Blues, Rock und Soul – die Oldenburger werden im alljährlichen Kultursommer nicht gerade von populären Spielarten der Musik verwöhnt. Das gab auch Programmchef Andreas Holtz zu, und er bedauerte: „Die Rolling Stones können wir uns einfach nicht leisten.“ Für Sari Schorr aber reichte das Budget, und der einzige Unterschied war: Die Songs der ausgebildeten Opernsängerin sind unbekannter. Noch.

Ansonsten aber zeigte sich die Band in Hochform. Harte Rocker wie „Damn the Reason“, „Oklahoma“, „Aunt Hazel“ oder „Rock’n’Roll“ ließen die Menge vor der Bühne abheben, ruhige Songs wie „Letting Go“, „Where did you sleep last night“, „I’ll be there“ oder „Stormy Monday Blues“, die Sari Schorr geradezu mit Genuss interpretierte, brachten die Zuschauer wieder auf den Boden zurück. Der große Erfolg des Konzert, das im Vorfeld als einer der Höhepunkte des 39. Kultursommers angekündigt worden war (zu Recht, wie sich zeigte), gründete sich auf der außergewöhnlichen Sangeskunst von Sari Schorr, die Vergleiche mit Ikonen wie Janis Joplin oder Beth Hart nicht fürchten muss. Der Erfolg hat aber auch Väter: Die Brillanz, mit der Gitarrist Innes Sibun sein Instrument zu spielen weiß, trug den unverwechselbaren Engine-Room-Sound über den Schlossplatz. Und die Rhythmusabteilung mit Kevin Jefferies (Bass), Kevin O’Rourke (Schlagzeug) und Anders Olinder (E-Piano) legte verlässlich die Basis, auf der sich die Ausnahmekünstler Schorr und Sibun, deren Solotalente sich in der Gruppe ideal ergänzten, austoben konnten.

Nach knapp 100 Minuten war alles vorbei. Alles? Nein, Sari Schorr durfte noch jede Menge Autogramme geben und Exemplare ihrer CD „A Force Of Nature“ verkaufen. Die Magie des Bluesrock hatte Oldenburg an diesem Mittwochabend eingefangen.

Klaus Fricke

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Rolling Stones | Jefferies | Kultursommer

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