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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

KULTURSOMMER: Diese Räuber klauen am liebsten (Theater-)Ideen

16.07.2005

OLDENBURG OLDENBURG - Da mäht doch tatsächlich einer seinen Rasen. Ein Lastwagen brummt heran, parkt in Zeitlupe neben dem Alten Landtag ein. „Hierher!“, ruft eine Rentnerin ihren Hund zur Ordnung. Auf dem Dobben lärmt das ganz normale Leben.

„So ist das eben“, sagt Dramaturgin Cordelia Wach lächelnd, „irgendwas passiert immer.“ Wie zum Beispiel die Sache mit dem Pavillon auf der Dobbenwiese: Der sollte in dem Theaterstück „Schiller 05“ eine tragende Rolle bekommen, wurde aber bekanntlich nie gebaut. „Da mussten wir dann improvisieren – jetzt enthüllen wir hier unseren eigenen Pavillon.“

Die große Flügeltür des Alten Landtags fliegt auf. Heraus treten der Räuber Moritz Spiegelberg, sein Räuberkollege Karl von Moor und eine etwas unpassend gekleidete Amalia, von Beruf Verlobte. Pling, ein Triangel klingelt gegen den Rasenmäher an. Das Publikum möge doch bitte vortreten, es geht nämlich gerade los.

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„Nummerierte Plätze gibt es nicht“, erklärt Cordelia Wach, „die gab es bei uns noch nie.“ Also stiefelt das Publikum artig hinter den Räubern her: in den Landtag, die Treppe hoch, die Treppe runter, in den Sitzungssaal, zu den Dobbenteichen. Nur das Stück bleibt immer dasselbe: Schillers „Räuber“, 1. Akt, 2. Szene.

Und dann sitzt Spiegelberg plötzlich im Rüschenhemd am Klavier. Und dann singt Moor in Arbeiterhosen Arbeiterlieder. Und dann wälzen sich beide halb nackt auf dem Steinfußboden. Jeder darf hier einmal seinen Schiller spazieren führen: Regisseur Bertolt Brecht, Regisseur Antonin Artaud, Regisseur Frank Castorff, Stadttheater, Episches Theater, Theater der Grausamkeiten, Dada. Geben diese „Räuber“ also eine Lehrstunde in Theatergeschichte?

„Ha“, freut sich Regisseur Marc Spitzauer über die Frage, „doch nicht bei uns!“ Akademisch sei hier gar nichts, dafür umso sinnlicher: „Kopf, Bauch, Herz, wir sprechen alles an.“ Und wir sind hier ja bei der Kulturetage, sagt Cordelia Wach noch schnell, „da darf über einen Klassiker sogar gelacht werden“.

„So was macht man doch nicht“, ruft die etwas unpassend gekleidete Amalia, „doch nicht in Oldenburg!“

Die wird sich wundern.

Es spielen: Uwe Bergeest, Markus Weiß, Katharina Guleikoff und Insina Lüschen, Bühne: Bernhard Werber-Meinardus, Kostüme: Regine Meinardus.

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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