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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Doppelter Angriff auf Sagenwelt

20.07.2016

Donnerschwee /Achternmeer „Moin, moin geschätzter Sagenfreund, gut siehste aus, so frisch gebräunt! Wie schön, Du bist erneut dabei, bei Is’ ja SAGENhaft! Teil 2“. Wenn Lars Kramer seine Leser in einem Prolog erneut dazu lädt, sich norddeutsche Sagen in einem neuen Gewande zu Gemüte zu führen, dann geschieht dies selbstverständlich in Versform. Der 36-Jährige kann nicht anders, und das ist wahrscheinlich gut so, denn seine Reime aus genialem Wortwitz, kreativen Wortneuschöpfungen und pointierter Satire bringen einfach Spaß für jeden, der beim Schmökern gerne mal laut lacht.

Zwei Jahre ist es her, dass Lars Kramer den ersten Teil seiner Sagensammlung „Is’ ja SAGENhaft!“ veröffentlichte; damals mit dem Untertitel „Norddeutsche Sagen voll verulkt“. Mit „Norddeutsche Sagen reloaded“, lädt der 36-jährige „Versschleifer“, wie er sich selbst humorvoll nennt, noch einmal mit elf neuen Geschichten nach. Es ist damit sein insgesamt sechstes Büchlein. Sein erstes „Papiersoldaten“ erschien im Jahr 2006.

„Ich hatte mittlerweile so viele tolle Sagen gefunden, dass ich einfach genügend Stoff für einen zweiten Band hatte“, erzählt Lars Kramer. An diesen alten Legenden und Märchen reize ihn, die Moral dieser Erzählungen auf die heutige Zeit zu übertragen, ganz nach dem Motto: „Klassik trifft Moderne“.

Schwedische Rache

So wie in „Die Rache folgt mit Köttbullar“ (im Original: Die halbgefüllte Flasche), bei der auf einem Schlachtfeld nahe Flensburg ein gemeiner Germane einem verletzten schwedischen Soldaten übel mitspielt. Kramer zieht daraus seinen eigenen Schluss: „Und was geschah nach diesen Fehden mit unseren besiegten Schweden? Die rächten sich, das ist doch klar, mit Smörrebröd und Köttbullar.“

Die Schauplätze der Sagen spielen in verschiedenen norddeutschen Gefilden. Wieder dabei sind die Insel Rügen, auf der Kramer geboren wurde, und in Oldenburg der Stadtteil Donnerschwee. Passend dafür hat der Freizeit-Lyriker „Das Kohlessen“ in seiner Neufassung als „Die Unke auf der Friesenpalme“ umgedichtet.

Die besten Geistesblitze kommen dem Krankenpfleger, der in Bremen auf einer Suchtstation arbeitet, während seiner Nachtschichten in einer psychiatrischen Klinik.

Ob in „Bello in Beton“, „Schnarcht die Mutti, leg sie um!“ oder in „Elke, lass die Funzel an“– Kramers Wortwitz ist oft derb und bisweilen sogar vulgär und nicht selten gespickt mit Gesellschaftskritik. „Ein bisschen Sozialkritik darf drin sein“, meint der Autor.

Bildlich umgesetzt werden seine Verse auch im zweiten „Sagenhaft“-Teil von Rudi Kohls aus Hundsmühlen. Der Vermessungsingenieur ist seit 2015 im Ruhestand und konnte deshalb genügend Zeit in seine Illustrationen stecken.

Immer wieder gibt Lars Kramer Lesungen in der Region und auch darüber hinaus, so schon einmal bei der Leipziger Buchmesse und 2008 im Friedrichstadt-Palast in Berlin auf einer Bühne mit der Komikerin Cindy aus Marzahn. Ein Feedback auf seine Bücher erhielt er auch schon von bekannten Comedy-Größen wie Hape Kerkeling und Oliver Kalkofe. „Dieses Mal habe ich ein Belegexemplar an meine Lieblingsband Silly geschickt“, verrät Kramer, der seit sieben Jahren mit seinem Lebenspartner in Achternmeer wohnt.

Einnahmen gespendet

Für den gebürtigen Ostdeutschen bleibt das Dichten ein Hobby. Geld verdienen will er damit nicht. „Mir geht es gut, da möchte ich lieber etwas abgeben.“ Bislang spendete er seine Honorare an gemeinnützige Vereine. „Diese Mal liegt mir das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg am Herzen.“ Beim Schreiben und Lesen Spaß haben und zugleich Gutes tun, das motiviert Lars Kramer für einen eventuellen dritten Teil Sagen gibt es ja genug...

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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