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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Druck und Buch und schöne Dinge

02.06.2017

Oldenburg Isensee – der Name hat auch ohne die damit verbundene Geschichte einen schönen Klang. Dass fast alle Oldenburger mit dem Namen soviel verbinden – vom Lieblingsbuch bis zum Trompetenengel am Weihnachtsbaum – hängt an einer enormen Konstanz und Standhaftigkeit, seit 125 Jahren. Der frühere Chef Dieter Isensee (88), der die Geschicke des Unternehmens zusammen mit seiner Frau Hildegard über 50 Jahre geprägt hat, sagte am Donnerstag: „Die Schwierigkeit war, so eine Firma durch die ganzen Kriege und Inflation und Währungsreform zu bringen und all das zu überstehen.“ Einer der Erfolgsgründe : „Was mich fasziniert ist, dass immer Mann und Frau das Geschäft gemeinsam geführt haben, der Mann in der Technik, die Frau im Einzelhandel, über vier Generationen. Das ist wirklich eine Besonderheit.“

Ein weiterer Grund waren die geglückten Generationsübergänge: „Es ist oft nicht steuerbar, das richtig hinzukriegen.“ Wichtig sei es, „dass die ältere Generation der jüngeren Generation frühzeitig Raum gibt“. Bereits 1994, zwei Jahre nachdem Sohn Florian sein BWL-Studium abgeschlossen hatte, machte der Vater ihm Platz und ließ den Sohn die Florian Isensee GmbH gemeinsam mit der Mutter gründen, die Druckerei, Verlag und Einzelhandel pachtete und auch den Holzberg Verlag übernahm – der Vater zog sich Stück für Stück zurück. Drei Jahre später übernahm Christiane Isensee (geb. Harpenau) die Leitung des Kunstgewerbegeschäfts von Hilde Isensee, mischte Klassiker wie Herrnhuter Sterne und Iittala Vasen mit neuen Produkten für Groß und Klein und entwickelte das Geschäft „Lieblingsstücke“ daraus. Ein gewisser Wandel gehörte hier aber schon immer dazu: In der ersten Phase des Unternehmens war der Einzelhandel vor allem ein Geschäft mit Akzidenz-Druckerei gewesen. Die Kunden kauften bedrucktes und unbedrucktes Papier in feinen Briefkassetten für ihren Schriftverkehr.

Neben der Nachfolge meisterte das Unternehmen auch andere Hürden. Dieter Isensee sagt: „Es gab in dieser Zeit gewaltige technische Veränderungen, vom Buchdruck, wie ich ihn gelernt habe, bis zum Digitaldruck, der etwas völlig anderes ist. Wir konnten alles wegschmeißen, was wir an Maschinen hatten.“

Erst seit den 1960er-Jahren gibt der 1892 gegründete Verlag eine Vielzahl an Büchern heraus. Das steht in engem Zusammenhang mit der Gründung der Oldenburgischen Landschaft 1961, damals noch als Oldenburg Stiftung. Verleger Florian Isensee (50) sagt: „Aus dieser fruchtbaren Zusammenarbeit über mehr als 35 Jahre ergab sich das primäre Verlagsziel: die historischen und kulturellen Eigenheiten des ehemaligen Großherzogtums Oldenburg verlegerisch zu bewahren.“ Viele der damals erschienenen Titel (der Verlag veröffentlichte jahrelang unter zwei Namen: Isensee und Holzberg, die auch schon vor der Übernahme eng verbunden waren) sind längst vergriffen. Heute begreift sich Isensee mit seinen 20 Mitarbeitern als Regionalverlag für den Nordwesten. Er gehört mit seinen 2800 erschienenen Publikationen innerhalb von 55 Jahren, von denen etwa 1000 noch lieferbar sind, zu einem der bedeutendsten Verlage auf diesem Gebiet. Etwa ein Drittel der Isensee-Titel sind wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Veröffentlichungen, die keinen engen Bezug zur Region haben. Schwerpunkte dieser Bereiche sind die Kunst- und Kulturgeschichte, die Archäologie, die Belletristik sowie Veröffentlichungen in niederdeutscher Sprache.

Die Verbindung aller Bereiche mit Verlag, Offset-Druckerei (mit der Übernahme von Express-Druck-Oldenburg wird auch der Akzidenz-Bereich ausgebaut, mit dem Gründer Heinrich K.A. Isensee damals den Grundstein legte) und dem Einzelhandel in der Innenstadt gilt dabei ebenfalls als Erfolg. Dieter Isensee sagt: „Dass ein Industriebetrieb noch hier mitten in der Stadt existiert, ist einmalig. Diese Symbiose aller Bereiche an einem Ort ist aber wichtig. So funktioniert das Ganze.“ Seit 125 Jahren.

Der Festakt findet am 18. Juni in der Kulturetage statt.

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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