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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Durchhalten auf der Buckelpiste

14.12.2015

Oldenburg /Sydney Der Name klingt nach solider Schnellstraße. Aber der „Asia Highway 1“ in Indien hält nicht, was er verspricht. „Er besteht eigentlich nur aus einem großen nicht endenden Schlagloch. Da bleibt nur die Hoffnung, dass es besser wird“, beschreibt Andre Springer (52) die quälend langen Stunden auf der Buckelpiste. Ans Aufgeben dachten der Oldenburger und seine beiden Mitstreiter aus Augsburg und Sinzig aber nicht. „Einen Zeitsprung haben wir uns allerdings schon herbeigesehnt“, gibt das Trio zu, das derzeit mit drei Deloreans die Welt umrundet – jenen nordirischen Sportwagen, die mit ihren futuristischen Flügeltüren überall auffallen.

Doch den „Zeitsprung“ gibt es nur im Film. Genauer gesagt bei „Zurück in die Zukunft“. In dem Kultstreifen der 1980er-Jahre spielt der Delorean eine Hauptrolle. Die drei Abenteurer halten jedoch in der Gegenwart durch und meistern auf ihrer Tour fast täglich kleinere oder größere Herausforderungen. Vom Start Mitte September in Augsburg führte der Weg über den Balkan quer durch die Türkei in den Iran und über die arabische Halbinsel nach Indien (die NWZ  berichtete). Derzeit durchquert das Trio Australien und ist gar nicht so leicht ausfindig zu machen. „Im Outback hat man keine Verbindung zur Außenwelt. Heute in Coober Pedy haben wir zum ersten Mal wieder eine Internetverbindung“, mailt Springer erleichtert und in Vorfreude auf seinen Urlaub in Oldenburg. Läuft alles rund, werden die Autos am kommenden Wochenende in Sydney verschifft, während die Fahrer den Heimflug antreten. „Noch steht der Plan, Weihnachten zu Hause zu sein“, sagt Springer.

Ein wenig Erholung dürfte gut tun, denn hinter den Reisenden liegt ein strapaziöses Vierteljahr. „Wenn man in einem Hotel schläft, bei dem der Teppich im Flur lebt und es im Zimmer riecht, als ob es eine offene Leitung zum Abwasserkanal hat“, sehne man sich schon nach ein wenig Komfort, räumt der Oldenburger Unternehmer ein. Bereut habe er den Trip aber nicht: „Überall sind wir mit netten Menschen ins Gespräch gekommen.“ Auf einem Rastplatz im Iran zum Beispiel habe eine freundliche Familie ein Eis ausgegeben und gezeigt, wie man einen Granatapfel verzehrt. Und in Australien berichtete eine Lokalzeitung über die drei Männer mit den schrillen Autos. Bis auf ein paar Ausnahmen blieben ihnen auch technische Pannen erspart. Ein Motorradfahrer auf Kampflinie rammte jedoch Springers Auto – ein Zwischenfall, der zum Glück ohne schlimmere Folgen blieb.

Somit halten die Weltenbummler an ihrem Ziel fest, ab Februar Nordamerika von West nach Ost zu durchqueren. Dort hoffen sie auf Highways, die ihren Namen verdienen. Über Skandinavien und einen Zwischenstopp in Oldenburg geht es dann im Frühjahr auf die Schlussetappe zur Geburtsstätte der Autos nach Nordirland, wo sich die Delorean-Fangemeinde alle fünf Jahre trifft.

Dass es dorthin auch kürzere Wege gibt, räumt Springer mit einem Augenzwinkern ein: „Eigentlich wollten wir nur nach Belfast, sind aber in die falsche Richtung losgefahren.“

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