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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Ein Abend zum Zuhören und Wohlfühlen

20.02.2017

Oldenburg „Boah, ey!“ – so ließen sich Konzertauftritte des 26-jährigen Sönke Meinen auch zusammenfassen. Meinen ist die lebende Inkarnation von Virtuosität auf der Gitarre. Der junge Fingerstyle-Akrobat – gerade erst Sieger eines weltweit ausgeschriebenen Gitarrenwettbewerbs in Polen – sorgt regelmäßig für Staunen darüber, was alles zehn geschickte Finger mit einer Gitarre anstellen können. Das war auch am Samstag im Oldenburger „Wilhelm 13“ nicht anders. Doch damit wäre dieser Konzertabend nur unzureichend beschrieben.

Zum einen erschöpft sich Meinens Kunst nicht in seiner Fingerfertigkeit, vielmehr offenbart er ein tiefes Musikverständnis, das sich auch in einem sehr breit angelegten Repertoire ausdrückt. Zum anderen ist da auch noch Jule Malischke, Kommilitonin von Sönke Meinen an der Musikhochschule Dresden. Singer/Songwriterin Malischke, ebenfalls vorzügliche Gitarristin, zieht die Zuhörer vor allem auch mit ihrer schönen Stimme in den Bann. Sie präsentierte in ihrem Solopart Auszüge aus ihrem neuen Album „Whatever may happen“. Das selbst komponierte Stück „Momentaufnahmen“ ist dabei herausragend. Zauberhaft in seiner Leichtigkeit, mit vielen überraschenden Harmonien und sensiblem Tiefgang. Wenn Malischke singt und spielt, wird’s still im Saal. Man hört zu und fühlt sich wohl...

Dass beide auch gemeinsam Musik machen können, versteht sich da fast von selbst. Das rein instrumentale Arrangement von Steve Wonders „Isn’t she lovely“ zeigte das eindrucksvoll. Auch als Begleiter von Malischke erwies sich Sönke Meinen als Gentleman, er erlag nicht der Versuchung, Gesang und Spiel seines Gegenübers mit seiner Virtuosität zu erdrücken.

Meinens Erlebnisse bei einer Konzerttour nach Amsterdam mit den dortigen Radfahrern verarbeitete der Künstler mit der Komposition „On The Run“, in der er das chaotische Treiben auf den Straßen der Großstadt ebenso witzig wie eindrucksvoll auf die Gitarre verlagerte. Ganz anders das balladenhafte „Magical Place“ über einen besonderen Probenraum an der Hochschule in Dresden.

Aber fehlen darf bei Meinen-Konzerten niemals das Titelstück seines Albums „Perpetuum Mobile“. Spätestens da bleiben die Münder offenstehen, wenn Sönke Meinen die Gitarre „bearbeitet“, sie zur „Schießbude“, Bass-Rhythmus- und Sologitarre umfunktioniert und das alles gleichzeitig in aberwitzigem Tempo. Dann reißt es das Publikum aus den Sitzen.

Der Abend im „Wilhelm 13“ war das letzte Konzert einer erfolgreichen Deutschland-Tournee. Die Oldenburger dürfen sich freuen, es sei nicht das letzte Konzert des Duos gewesen, versprach Sönke Meinen, bevor sich beide nach mehreren Zugaben und stehenden Ovationen mit sanften und vom Publikum mitgesummten Klängen des Schlafliedes „Guten Abend, gut’ Nacht“ erschöpft verabschiedeten.

Thomas Haselier / Archiv
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