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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Ein düsteres Intrigenspiel

14.10.2016

Oldenburg „Die Oper zeigt viele kleine Geschichten. Jeder Moment bringt dabei eine Veränderung für die Handlung. Es ist ein ,domestic drama’, nicht weit entfernt vom heutigen Donald Trump in Amerika“, erklärt Regisseur Laurence Dale zu seiner Inszenierung am Staatstheater.

Erstmals wurde die Oper nach Dale vor einem Jahr bei den internationalen Händel Festspielen Göttingen gezeigt. Agrippina richte – laut Regisseur – einen satirischen Blick auf die politische Geschichte ihrer Zeit.

Kampf um den Thron

Im Jahre 54 nach Christus erreicht Rom ein Gerücht: Kaiser Claudio sei bei einem Schiffbruch ums Leben gekommen. Des Kaisers Ehefrau Agrippina sieht in diesem „Unglücksfall“ ihre Chance. Nerone, ihr Sohn aus erster Ehe, soll den römischen Thron besteigen und die Macht über das Reich erlangen. Das Schicksal bringt ihren Plan jedoch ins Wanken. Denn Kaiser Claudio wurde – wie der Zufall es wollte – von seinem treuen Gefährten Ottone vor dem Tod gerettet. Wer sollte nun den Thron besteigen?

Aus Dankbarkeit entscheidet sich der Kaiser, ungeachtet der Vorstellungen seiner Ehefrau, Ottone mit der Herrschaft über Rom zu belohnen. Ein Intrigenspiel der anderen Art, „herzvoll, schön und lustig“ nach Dale wie auch „schmachtend und innig“ – laut Dramaturgin Annabelle Köhler – beginnt mit diesem Moment des Schicksals.

Unterschiedlichste Charaktere, vom moralisch gut handelnden Ottone über seine unschuldige Geliebte Poppea bis hin zur großen Intrigantin Agrippina, zeigt der Dreiakter auf der Bühne. „Das Stück war für den Karneval in Venedig von Kardinal Vincenzo Grimani geschrieben. Als wäre es eine Operette von Händel“, beschreibt Dale den komischen Charakter der Oper.

Divenhafte Duelle

Die Figuren Agrippina und Poppea bilden in diesem Rahmen einen besonderen Gegensatz. Die Kaiserin spielt mit den Menschen und lebt ihre Rolle einem Matriarchat gleich aus. Poppea hingegen verkörpert „das kleine Mädchen“, geprägt von Unschuld und Naivität. Doch als Reaktion auf die Handlungen Agrippinas, die ihre Liebesbeziehung mit Ottone verhindert, beginnt auch Poppea das Spiel um Macht mitzuspielen.

„Ein Kampf zwischen zwei Divas entsteht“, weiß Regisseur Dale. „Jeder, der scheinbar in Kontakt mit Agrippina tritt, wird von ihr infiziert. Aber sie ist eben nicht die Einzige in diesem Spiel“, erklärt Köhler weiter.

Mehr Raum für Figuren

Das Bühnenbild der Oper wurde in Anlehnung an ein Konzept des britischen Theaterregisseurs Peter Brook gestaltet: der leere Raum. „Man sieht nur Figuren und Geschichten“, verrät der Regisseur vorab. Tom Schenk entwarf hierzu das Bühnenbild, während die Kostüme nach einem Entwurf von Robby Duiveman angefertigt wurden.

In der Oper sind João Fernandes und Julian Popken in der Rolle des Kaisers Claudio, Nina Bernsteiner als Agrippina, Hagar Sharvit als Nerone, Martyna Cymerman als Poppea, Leandro Marziotte als ihr Geliebter Ottone, Aarne Pellkonen als Pallante wie Yulia Sokolik als Narciso und Ill-Hoon Choung als Lesbo zu sehen. Die musikalische Leitung führt Jörg Halubek.

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Staatstheater | Karneval | Karneval in Venedig

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