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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Musik: Ein wüster Bursche namens Franz Christoph Neubauer

21.03.2011

OLDENBURG Wer derzeit etwa Bundestags-Debatten als zu marktschreierisch verabscheut, der findet ein Kontrastprogramm in den Kammerkonzerten im Kleinen Haus. Da wird musikalisch zwar ebenso lebhaft diskutiert, werden Argumente nicht minder knackig ausgetauscht. Aber es dominieren Rücksichtnahme und das sinnvolle Zusammenführen von Gedanken. Fein zieht sich, ohne zu Reißen, dieser Faden durch das vierte Saisonkonzert.

Nun spaltet das Programm von Stephania Lixfeld (Flöte), der kurzfristig eingesprungenen Astrid Heinemann (Violine), Jessica Syfuß (Viola) und Jason Weaver (Klavier) nicht gerade Atome und Weltanschauungen. Aber die Zusammenstellung fesselt, indem sie konventionelle Werke mit kleinen Schätzen von der Uraufführung bis zur Neuentdeckung garniert.

Von Vornherein zwingt die Kombination des hohen Blasinstruments mit den hohen Streichern bei Beethoven (Variationen über Mozarts “Reich mir die Hand”) oder Max Reger (Serenade G-Dur op. 141a) zum gespitzten Hören. Lixfeld, Heinemann und Syfuß nehmen sich nach dem Motto: „Bitte nach Ihnen“ zwanglos zurück, wenn eine Partnerin Wesentliches zu sagen hat. Aber niemand versteckt sich, jeder trägt selbstbewusst zum Gewicht bei. Mit Liebe, Elan, Präzision und Tonschönheit schärfen sie Themen und Charaktere, changieren Stimmungen auf engem Raum.

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Pianist Jason Weaver trägt zum nachhaltigen Eindruck der Rhapsodie F-Dur von Arthur Honegger und eines neuen Quartetts von Andreas Pieper bei. Der Duisburger Kirchenmusiker und angesehene Komponist hat es speziell für diese Oldenburger Besetzung abgefasst. Die kurzen Sätze greifen ebenso behutsam wie abrupt ineinander, lassen in der Stille Atem schöpfen, packen mit ihrem Ineinandergreifen der Klanggesten. Weil die Vier nur dezent und nicht grell auftragen, wirken die Klänge umso tiefer. Der Komponist nimmt persönlich reichen Beifall entgegen.

Eine Ausgrabung ist Franz Christoph Neubauers Trio D-Dur aus den 1780er-Jahren. Die galant gefassten und trotzdem robust gebauten Sätze lassen nicht ahnen, dass ihr Meister ein wüster Bursche gewesen sein muss. Er mobbte am Bückeburger Hof den jüngsten Bach-Sohn Johann Christoph Friedrich aus dem Kapellmeisteramt. Zum Serenaden-Ton ließe sich Tee schlürfen. Doch den hat Neubauer wohl nie angerührt. Er zog für seine „durchgeistigte“ Arbeit den Alkohol vor, reichlich. So hat er den Bückeburger Bach nur kurz überlebt.

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