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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Oldenburger macht Karriere „auf die harte Tour“

01.04.2017

Oldenburg „Takadoon“ – man spürt förmlich den Rhythmus, die Kraft, die Exotik und Eleganz, die sich hinter dieser dreisilbigen Wortschöpfung verbergen. „Takadoon“ – das steht auch für eine sehr konkrete musikalische Idee. Entwickelt hat sie Christopher Baum. „Modern Vocal Jazz“ spielt der gebürtige Oldenburger mit seiner Band „Takadoon“. Sie vereint eine Mischung aus viel Jazz und etwas Pop, melodiös, leicht hörbar, aber mit Substanz. Am Samstag, 22. April, stellt der 28-jährige Pianist, Keyboarder, Komponist und Arrangeur sein Bandprojekt und das Debüt-Album „Inner Voice“ erstmals in seiner Heimatstadt vor, und zwar ab 20 Uhr im „Wilhelm 13“. „Dieser Auftritt bedeutet mir sehr viel“, sagt Christopher Baum.

Abitur an der HLS

Baum, der 2007 an der Helene-Lange-Schule sein Abitur absolvierte, ist seit einigen Jahren als gefragter Live-Keyboarder und Musical-Director im Bereich Jazz, Pop und Gospel unterwegs (unter anderem mit der „Jazzkantine“). Mit seiner Lebensgefährtin, der „Takadoon“-Sängerin Linda Kauffeldt, wohnt er zusammen in Hamburg. Nach Oldenburg – seine Mutter und sein Bruder leben nach wie vor hier – kehrt er wegen des vollen Konzertkalenders zumeist nur noch an Feiertagen zurück. Die Tage in der Heimat erlebt er indes als besonders intensiv: „Die Spaziergänge in der Innenstadt oder im Schlossgarten sind oft sehr emotional, haben wir doch als Familie viel in Oldenburg erlebt und durchgemacht. Fast jeder Ort ist mit einer Erinnerung verknüpft“, erzählt der 28-Jährige.

Er stammt aus einer sehr klassisch geprägten Familie, sein Vater war Dirigent am Oldenburgischen Staatstheater. Schon als Kleinkinder haben sein Bruder und er mit Schnuller bei den Orchesterproben gesessen. Doch dann der Schicksalsschlag: Der Vater starb an Krebs, als Christopher Baum drei Jahre alt war. Die Mutter brach ihr Studium ab und hielt die kleine Familie mit Jobs in Reinigungsfirmen über Wasser. Sie schaffte es, ihren Söhnen Instrumentalunterricht zu finanzieren und sie jede Woche zum Üben zu fahren: Alexander Baum lernte Geige bei Julien Riedel, sein Bruder Christopher Klavier bei Istvan Benkozy, später bei Heinz Gassenmeier an der städtischen Musikschule. Christopher Baum wollte dem Ideal seines Vaters nacheifern und Konzertpianist werden. Allerdings zeichnete sich schon damals ab, dass er mehr Spaß am Improvisieren und Komponieren hatte, auch wenn er das Wort „Jazz“ da noch nie gehört hatte. In Schwung kam seine Karriere jedoch erst „auf die harte Tour“, sagt Christopher Baum.

Gegen Schubladendenken

Nach dem Abitur musste er sich eingestehen, dass es für eine klassische Laufbahn nicht ganz reicht. In der Schulrockband spielte er Keyboard – Sängerin war Lisa Herbolzheimer, die heute mit „Les Brünettes“ Erfolge feiert. Deren damalige Bands „Freakshow“ und „Starfish Coffee“ beeinflussten Christopher Baum maßgeblich, sich dem Jazz zuzuwenden. Auch in seinen ersten Popbands („Mister Twister“ sowie „Hier und Jetzt“ mit Sängerin Ina Bredehorn, die ebenfalls von Oldenburg nach Hamburg gezogen ist und mit Udo Lindenberg tourt) „infizierten“ ihn die Bandkollegen mit dem Jazz. An der Carl-von-Ossietzky-Universität lernte er mit Klaus Ignatzek einen der renommiertesten deutschen Jazzpianisten kennen. Bei ihm und zeitgleich auch bei Joe Dinkelbach lernte Christopher Baum Jazzpiano. „Ab da war es mein Traum, Jazzpianist zu werden“, blickt der Musiker zurück.

Das Konzert

mit „Takadoon“ am Samstag, 22. April (20 Uhr), im „Wilhelm 13“ wird von der Jazzmusiker-Initiative Oldenburg veranstaltet. Der Eintritt kostet 15 Euro/ermäßigt 10 Euro. Kartenreservierungen unter Tel. 04481/920227 oder online

    www.wilhelm13.de

Diesen Traum verfolgte er in Hannover weiter: Am frisch eröffneten Studiengang „Popular Music“ belegte er das geteilte Hauptfach Keyboards/ Jazzpiano. Dadurch waren zwei Lager vorgezeichnet: „Für die ,Popper’ war ich der ,Jazzer’, bei den ,Jazzern’ der Pop-Keyboarder“, erinnert sich Christopher Baum. „Ich habe dieses musikalische Schubladendenken schon immer gehasst.“ Als er nach ein paar Semestern das Angebot annahm, mit rund zehn Jahre älteren Profis in einer Souljazz Band („The Screenclub”) zu spielen, war das „mein eigentliches Studium“.

Zum Guten wendete sich alles, als er das Studium in Hannover abbrach, um „auf Risiko“ nach Hamburg zu gehen. Im „Popkurs HH“, einer von der Musikhochschule Hamburg veranstalteten Mischung aus Kontaktbörse und Jam-Event, traf er 2011 seine Mitmusiker von „Takadoon“. Quasi vom ersten Takt an funkte man auf einer Wellenlänge. Mehr noch: Sängerin Linda Kauffeldt, mit der Christopher Baum die Songs schreibt, wurde schnell zu seiner Lebensgefährtin. Später kam Bassistin Lisa Wulff hinzu, die jetzt für den Jazz-Echo nominiert ist und mit der NDR-Bigband auf Tour geht. Schlagzeuger Alexander Klauck, der u.a. für Johannes Oerding trommelt, komplettiert den Bandsound.

In Hamburg hat sich Christopher Baums musikalische Zerrissenheit auf einmal nicht mehr als Nachteil, sondern als Vorteil erwiesen. „Weil ich von Klassik bis Pop und Jazz alles bedienen konnte. Ich wusste, wie man auf einem Flügel spielt und Synthesizer programmiert.“ So kam es zum Beispiel zu Engagements im Deutschen Schauspielhaus Hamburg, zu Konzerten mit der „Jazzkantine“, zu Auftritten mit verschiedenen Bands auf Jazzfestivals, u.a. in Malaysia, und auf Gospelfestivals an der Seite von internationalen Gospelstars. „Manche von ihnen sind als Gastsänger auf unserem Album zu hören“, erzählt Christopher Baum.

Dass das Heimspiel im „Wilhelm 13“ ein Fest werden wird, ist mal sicher. Denn am 22. April feiert Christopher Baum obendrein noch seinen 29. Geburtstag.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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