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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Retrospektive: Eine starke Persönlichkeit

10.09.2013

Zwei junge Frauen, die Filmemacherin Mania Akbari und die Schauspielerin Behnaz Jafari, sitzen zusammen in einer Seilbahngondel. Mit ihrem kahlrasierten Kopf sieht Behnaz Jafari fast wie eine Doppelgängerin ihrer an Brustkrebs erkrankten Begleiterin aus, der erst vor kurzer Zeit beide Brüste abgenommen wurden. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Gespräch über den Krebs und das Leben, über Verlust und Schmerz. Zwei Positionen treffen aufeinander. Mania Akbaris Stärke, ihr Wille, die Krankheit zu vergessen und weiterzuleben, spiegelt sich in Behnaz Jafaris Verzweiflung, ihrem Ringen mit dem Leid, und ihrem Bekenntnis, dass sie einfach nicht so stark ist und es auch gar nicht sein will.

Diese Szene zwischen Himmel und Erde ist nicht nur das Zentrum von Mania Akbaris „10+4“, dieser die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion verwischenden Chronik eines Kampfs gegen den Krebs. In ihr offenbart sich zugleich der Kern des gesamten Schaffens der 1974 in Teheran geborenen Filmemacherin und Videokünstlerin. Die schonungslose Ehrlichkeit, mit der sie hier über ihre Krankheit und ihren Körper spricht, prägt ihre Kunst und ihr Leben gleichermaßen.

Schon in Abbas Kiarostamis „Ten“, der sie 2002 einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht hat, sind die Übergänge zwischen Spiel und Sein, zwischen der Figur, einer jungen Iranerin, die in ihrem Wagen durch die Straßen Teherans fährt, und ihrer Darstellerin, fließend. Details aus Mania Akbaris Leben finden sich in dieser Rolle wieder. Doch zugleich ist sie mehr als ein Selbstporträt.

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Wie die namenlos bleibende Frau, die sich vor Jahren von ihrem ersten Mann hat scheiden lassen und nun mit dem Zorn ihres zehnjährigen Sohns leben muss, sucht Mania Akbari nach einem eigenen Weg, nicht nur durch Teheran, sondern durch das Leben in einer repressiven Gesellschaft. Für keines ihrer Werke hat sie offizielle Drehgenehmigungen erhalten. Dennoch konnte sie in den Jahren von 2002 bis 2012 neben den drei langen Filmen „20 Fingers“, „10+4“, einem radikalem Sequel zu Kiarostamis „Ten“, und „One. Two. One“ noch zwei halblange Dokumentationen und acht kurze Videoarbeiten realisieren.

2012 hat Mania Akbari sich dann entschieden, die Dreharbeiten zu „Women Do Not Have Breasts“ abzubrechen und nach London auszureisen. Angesichts einer Welle von Verhaftungen, von der auch immer mehr Filmemacher und Schauspieler betroffen waren, fürchtete sie um ihre eigene Sicherheit und die ihres Teams. Im Exil hat sie dann aus dem im Iran gedrehten Material den halblangen Film „From Teheran to London“ geschnitten. In diesen fragmentarischen Szenen einer Ehe, die Erinnerungen an Ingmar Bergman und John Cassavetes, an David Cronenberg und Roman Polanski, wachrufen, greift sie noch einmal die zentralen Themen ihres Schaffens auf und geht noch einen Schritt weiter. Ein eindringlicheres Plädoyer für die Freiheit der Menschen wie der Kunst gab es schon lange nicht mehr im Kino zu sehen.

Im Rahmen der Oldenburger Retrospektive werden nun erstmals alle Film- und Videoarbeiten Mania Akbaris in Deutschland gezeigt.

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