• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Tennishalle in Westerstede brennt
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 13 Minuten.

Türen Und Fenster Geschlossen Halten
Tennishalle in Westerstede brennt

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Einigung von Erhabenheit mit ruhiger Großartigkeit

13.12.2011

OLDENBURG Im sechsten Abschnitt flattert plötzlich die Musik sturmfrisch herein, so als habe Verdi dem Franzosen Camille Saint-Saëns in dessen „Oratorio de Noël” ein paar Noten unterschoben. Klingt in den Streichern nach Troubadour. Passt auch zur Textstelle „Warum denn rasen und toben die Heiden?“ Doch die Böen ebben schnell ab. „Ehre” wird Vater, Sohn und heiligem Geist sofort wieder ganz keusch gesungen.

Das Weihnachtsoratorium des 23 Jahre alten Franzosen stellt Musikern die himmlische Aufgabe, die schlichte Innigkeit vor dem Absturz in eine höllische Naivität zu bewahren. Tobias Götting ist in der fast übervoll besetzten Lambertikirche ein Gestalter, der diese Gefahren kennt. Mit Lambertichor, einem Solisten-Quintett und dem Lamberti-Kammerorchester bestimmt er inmitten der fließenden Melodik und der romantischen Lyrismen die Vereinigung von Erhabenheit mit ruhiger Großartigkeit. Er scheut keine Innigkeit, vernebelt sie aber nie mit Weihrauch. In Lamberti wird das keine Musik, die in naiver Verniedlichung nur dem lieben Gott den Bart krault.

Mit Bachs Weihnachtsoratorium hat das Werk des Franzosen nichts gemein. Da soll man sich auch durch das „Prélude dans le style de Séb. Bach” nicht auf eine falsche Fährte locken lassen. In seiner Beschränkung auf Streicher, Orgel und Harfe deutet es eher auf Mendelssohn. Der Chor hat keine höher anspruchsvollen Aufgaben zu meistern, aber er singt mit Lust und Kunst. Die Solisten zeichnen nicht weich und vertiefen die Ahnung dafür, wie viel Dramatik der Komponist gern seinen lateinischen Texten zugefügt hätte: Britta Stallmeister und Diana Schmid (Sopran), Ulrike Andersen (Alt), Daniel Jenz (Tenor), Sebastian Noack (Bass).

Prächtig geschult hat sich der Chor an den französischen Weihnachten von Charles Gounod („Bethléem“ und „Noël”) und einem Ave Maria von Joseph Rheinberger. Zielbewusst zieht Frédéric Blanc an der Orgel seine Improvisation über deutsche und französische Weihnachtslieder bis zu einer großen Steigerung und Jubel im Kirchenrund auf. Nicht einmal den Zimbelstern wie Gounod benötigt der Organist, der an der großen Cavaillé-Orgel an Notre Dame-d’Auteuil in Paris zu Haus ist. Vielleicht haben die Oldenburger nicht ganz der sinnlich unkomplizierten Freude der französischen Komponisten vertraut. Also haben sie das Programm mit dem Weihnachtskonzert von Corelli und dem „Halleluja” aus Händels „Messias” umrahmt. Hätte es gar nicht gebraucht. Aber den monumentalen Händel versehen sie mit drei Ausrufezeichen. Nun kann es Weihnachten werden.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.