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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Einzigartige Einblicke in faszinierende Gesteinswelten

17.06.2017

Oldenburg „Australiens vergessene Felsbilder“ lautet der Titel einer Ausstellung, die an diesem Samstag im Landesmuseum Natur und Mensch am Damm eröffnet wird und bis 15. Oktober läuft.

„Die wissenschaftliche und künstlerische Expedition zu den Bradshaws“, so der Untertitel, findet in Zusammenarbeit mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst statt. Anhand von 20 Großfotos, begleitenden wissenschaftlichen Erläuterungen und Werken der bildenden Künstlerin Astrid Weiler entführt diese, in ihrer Art weltweit erste museale Präsentation von Bradshaw Felsbildern, die Besucher in die noch heute schwer zugängliche Kimberley-Region im Nordwesten Australiens.

Reto und Astrid Weiler haben mehrere Expeditionen in dieses Gebiet auf der Suche nach Bradshaws unternommen und sich ihnen wissenschaftlich und künstlerisch genähert. Dabei sind sie immer wieder auf unbekannte Felsbilder gestoßen, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Häufig finden sich Felsbilder an heute schwer zugänglichen Stellen und werden meist zufällig entdeckt. Das trifft auch auf die in der Ausstellung „Australiens vergessene Felsbilder“ gezeigten Exponate zu. In der noch heute kaum zugänglichen Kimberley-Region im Nordwesten Australiens finden sich an Felsüberhängen entlang einiger Flussläufe Bilder menschlicher Darstellungen in absolut künstlerischer Vollkommenheit. Fast immer werden diese Menschen in Gruppen gezeigt, eingetaucht in rituelle oder zeremonielle Aktivität. Zur Darstellung werden häufig flächige Stellen des Sandsteines benutzt, die dem Bild eine natürliche Rahmung geben. „Das einmalige Erlebnis der Begegnung mit diesen vollkommenen Felsbildern, deren Narrativ uns tief berührt auch wenn wir es nicht entschlüsseln können, lässt alle Strapazen des Suchens vergessen, da man mit ihnen sich selbst begegnet“ so Reto Weiler.

Erstmals wurden diese Bilder vom Siedler Joseph Bradshaw 1892 beschrieben und werden nach ihm als Bradshaw Figuren benannt. Felsbilder nehmen in der Kunst, insbesondere in der klassischen Moderne, eine besondere Rolle ein, da sie uns häufig nicht nur aufgrund ihrer stilistischen und künstlerischen Vollkommenheit in Erstaunen versetzen, sondern uns durch die bildliche Darstellung von Ereignissen einen Einblick in längst vergangene Zeiten gewähren und uns so doppelt gefangen nehmen.

Die Ethnologin und Künstlerin Astrid Weiler hat sich unter Verwendung von Sand und Ocker mit diesen ältesten künstlerischen Zeugnissen in der ihr eigenen Bildsprache auseinandergesetzt.

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