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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Engländer scheren sich nicht ums Tempolimit

22.04.2017

Oldenburg Was macht eigentlich die Stadt gegen Raser? Gegen junge Menschen, die spätabends mit einem Affenzahn an der Huntestraße unterwegs sind? Keine Rücksicht nehmen auf Leib und Leben, auf Gehörgänge und fliegende Köpfe? Nix? Das ist ja wieder typisch!

Warum sollten sie auch? Es gibt ja genügend Menschen, die Geld dafür ausgeben wollen und am Donnerstagabend Schlange stehen vor dem Cadillac für „The Brew“. Für deren Brachialrock, gespielt auf Tempogitarre, Wummerbass und Schießbude. Die für betäubenden Lärm sorgen, der Augen öffnet, Ohren schließt und Haare zu Berge stehen lässt – sofern vorhanden.

Ihrem Selbstverständnis „Turn it up! Play it loud!“ folgend, sollen alle mitbekommen, dass „The Brew“ in der Stadt sind. Der Altersschnitt des Publikums bewegt sich im gehobenen Segment, darunter viele Männer jenseits der Fünfzig, die sich vermutlich an diesem Samstag zum „Weltplattenladentag“ bei Scheibenkleister oder MTS Records treffen werden.

„The Brew“ spielen was das Zeug hält und die Verstärkeranlage hergibt. Sänger und Gitarrist Jason Barwick sowie Bassist Tim Smith und dessen Sohn Kurtis Smith am Schlagzeug bedienen derart wunderbar alle Klischees, die über Hard-Rockbands bestehen.

Die Drei von der Punkstelle legen ihre Riffs und Beats aus wie einen dicken Klangteppich, eher Flokati als Niederfloor. Der Sound der Briten klingt wie die musikalische Zukunft von gestern.

Alles schon mal da gewesen, so scheint es: Frontmann Barwick trägt spitze Schuhe, enge Jeans, Paisley-Hemd und Halstuch zu dunklen Locken. Er sieht aus wie dem Quelle-Katalog des Jahres 1967 entsprungen.

Dazu präsentiert er auf der Bühne mit der „Windmühle“ von Pete Townshend und dem Überkopfspiel der Gitarre von Jimi Hendrix zwei legendäre Spieltechniken der Sechziger.

Drummer Kurtis Smith wirbelt derweil als Alter ego von Keith Moon und „The Animal aus der Muppets Show“ im Hintergrund – notfalls sogar minutenlang virtuos mit bloßen Händen.

Die „Marshall“ rechts wie links sind keine Retro-Fototapete, sondern hauen die 100 Watt eines Röhrenverstärkers auf zwei dicken Boxen mit insgesamt acht Lautsprechern heraus. Sieht amtlich aus, macht ordentlich was her und ist vor allem überirdisch laut.

Sobald sich aber das Ohr erholt hat, sind feine Songstrukturen zu bemerken, die über die typische Abfolge von Strophe, Brücke und Refrain hinaus gehen: Gitarrensoli mit gedrücktem Wah-Wah-Pedal, endlose sphärische Passagen, inspiriertes Wechselspiel der Instrumente.

Das Trio aus dem nordostenglischen Grimsby spielt seit 2005 zusammen, als Kurtis und Jason noch Teenager waren. Bereits 2006 veröffentlichte „Das Gebräu“ ein Debütalbum, das wie die Band „The Brew“ hieß. Damit und dem zweiten Album „The Joker“ zwei Jahre später erregten sie europaweit Aufmerksamkeit.

Mittlerweile kann man sie getrost zu den besten Live-Bands zählen. „The Brew“ bereiten Spaß – und das bis zum Tacho-Anschlag!

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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