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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

ST: Entscheidung für die Kirche nie bereut

27.06.2009

EVERSTEN Großer Trubel: Das ganze Dorf war auf den Beinen. Dazwischen Geistliche in ihren festlichsten Gewändern, Gemeindegrößen mit Zylindern auf ihren Köpfen, ein geschmückter Pferdewagen. Mittendrin ein junger Mann in schlichtem Schwarz. Eduard Sandhaus, Pfarrer der Oldenburger Gemeinde St. Willehad, muss lächeln, wenn er sich selbst heute in dem Fotoalbum entdeckt. Es sind Bilder von seiner Priesterweihe.

An diesem Sonntag wird es auf den Tag genau 40 Jahre her sein. „Es war damals ein bisschen wie der Tanz ums Goldene Kalb", erinnert sich Sandhaus. „Und ich war das Kalb“, sagt er – und lacht. Das macht der 65-Jährige öfter, wenn er von sich und seiner Arbeit erzählt. Hier und da versteckt er einen kleinen humorvollen Seitenhieb auf die Eigenarten der katholischen Kirche, so als wenn man einen guten Freund auf die Schippe nimmt.

So ist es auch, wenn Sandhaus von seiner Entscheidung erzählt, Pfarrer zu werden. „Danach habe ich erstmal einen Tanzkurs gemacht, um zu sehen, was ich verpassen werde“, erzählt er und lässt erneut ein Lachen folgen.

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Doch zurück zur Weihe: Sie fand in Garrel statt, Sandhaus' Geburtsort, den man getrost als erzkatholisch bezeichnen kann. Es war ein Festtag mit dem angehenden Priester als Hauptperson. So sehr im Mittelpunkt wollte Sandhaus schon damals gar nicht stehen. Doch in Orten mit fast ausschließlich Katholiken hat der Geistliche nun mal einen besonderen Stellenwert. So war es natürlich auch in St. Andreas in Cloppenburg, Sandhaus' erster Priesterstelle. Hier blieb er zwei Jahre, bevor er für fast neun Jahre nach St. Marien in Delmenhorst versetzt wurde. Dies war eine andere Welt, die Katholiken waren in der Minderheit. „Meine erste Erfahrung mit der Diaspora“, erinnert sich Sandhaus. „Doch ich fühle mich bis heute ganz wohl damit.“

Nach Delmenhorst folgte wieder ein Gegensatz. Denn nach vier Jahren in der kleinen Gemeinde Stuhr/Moordeich folgte Sandhaus dem Ruf der Stadt nach St. Willehad. Statt von wenigen hundert war er plötzlich Hüter von 4000, heute (nach einer Gemeindereform vor etwa einem Jahr) sogar 12 700 Schäfchen.

Doch egal in welcher Kirche er die Messe las, Spaß hatte Sandhaus immer. „Es tut mir gut, Gottesdienst zu feiern, und ich sehe, dass es auch anderen guttut.“ Und besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen habe er immer genossen. Auch wenn sie ihm vor Augen führte, was das Zölibat ihm verwehrte. „Ein eigenes Kind aufwachsen zu sehen“, sagt Sandhaus, das sei das einzige, was er ein bisschen vermisst habe.

Trotzdem habe er seine Entscheidung für die Kirche nie bereut. Nun ist er 65 Jahre alt, die Zeltlager sind heute nichts mehr für seinen Rücken. Stattdessen hat er in den vergangenen Jahren in der Frauenseelsorge gearbeitet, er war Landesfrauenseelsorger.

Wenn er frei hat, reist er gern. Ins Heilige Land oder natürlich nach Rom – „die Zentrale“, wie er die Stadt nennt und dabei wieder lacht. Momentan stehen die Auswirkungen der Gemeindereform im Fokus. Die werden ihn wohl noch bis zu seiner Pensionierung beschäftigen.

„Bis 70 werde ich wohl noch machen“, sagt Eduard Sandhaus. Dann will er St. Willehad geordnet an seinen Nachfolger übergeben. Schließlich hat er die Kirchengemeinde lange geprägt: In diesem Jahr, genau am 29. September, ist Sandhaus seit 25 Jahren ihr Pfarrer.

Musik, Aktionen und Gottesdienst

Ihr Pfarrfest feiert die Gemeinde St. Willehad an diesem Sonntag rund um die Kirche an der Eichenstraße 57. Los geht es direkt nach dem Gottesdienst, der um 11 Uhr beginnt. Es gibt jede Menge zu essen und zu trinken, Musikauftritte, Bücherbazar, Tombola, Versteigerung und vieles mehr.

Die Erlöse der Kollekte und der Pfarrkirmes kommen zur Häfte einem

Behindertenheim in Kairo und zur anderen Hälfte der Kinderstation des

Trinity-Hospitals in Muona (Malawi) zugute.

Den 40. Jahrestag seiner Priesterweihe feiert

Eduard Sandhaus auf dem Pfarrfest und (im Voraus) seine 25-jährige Diensttätigkeit in St. Willehad.

„Ich habe einen Tanzkurs

gemacht, um zu sehen, was ich verpassen werde“

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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