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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Unter dicken Wolken in den Oldenburger Himmel

29.06.2017

Oldenburg Der 39. Oldenburger Kultursommer ist eröffnet – und das auf seine feucht-fröhliche Weise. Der Regen hatte die Nerven der Organisatoren des beliebten Festivals und die Geduld der Artisten und Künstler den ganzen Mittwoch über arg strapaziert. Zwar blieb das vom Deutschen Wetterdienst prognostizierte Unwetter aus, doch störten die beständigen Schauer den reibungslosen Ablauf immer wieder.

In geordneten Bahnen verlief zumindest der Empfang im Schloss, wozu Stadt und Kulturetage eingeladen hatten. Germaid Eilers-Dörfler überbrachte in Vertretung des Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann die Grüße der Verwaltung, Geschäftsführer Bernt Wach sprach zur Eröffnung für den Veranstalter.

Etwas Improvisation war unter freiem Himmel nötig: Vor der Flugtrapez-Show „Gravity is a Mistake“ wurde kurz durchgewischt, dann gingen die Artisten in die Luft. Die Band Bixiga 70 ließ sich anschließend auf der Hauptbühne am Schloss nicht stören und spielte vor gut 1000 Besuchern auf. Erst um 21 Uhr wurde der Regen zudringlicher, und immer mehr Schirme spannten sich auf.

Mit dem Wetter wechseln auch die Planungen im Programmablauf. An diesem Donnerstag wollen die Artisten von „Omnivolant“ die Zuschauer auf dem Schlossplatz mit ihrer atemberaubenden Flugtrapez-Show begeistern. „Wenn es feucht ist, wird es für die Artisten richtig gefährlich. Sicherheit steht an oberster Stelle“, hatte Bettina Stiller von der Abteilung PR und Marketing bekräftigt.

kommentar

Umsonst als

Wertmaßstab

Oliver Schulz

Die Oldenburger dürfen sich glücklich schätzen, dass ihnen mal wieder ein derart abwechslungsreiches, anspruchsvolles und unterhaltsames Kultursommer-Programm offeriert wird.

Das Angebot ist bunt, die Qualität ist hoch, die Ideen sind erstaunlich: Bernt Wach hat im Jahr des Reformations-Jubiläums in „Q – oder wie die Reformation nach Oldenburg kam“ ein spannendes und ambitioniertes Filmprojekt initiiert; Andreas Holtz hat in seiner Musiker-Auswahl erneut ein exzellentes Händchen bewiesen; die Mitarbeiter der verschiedenen Sparten der Kulturetage sind bestens vorbereitet und hoch motiviert.

Das Motto „Draußen und umsonst“ ist viel mehr Verpflichtung als ein Lockangebot oder ein Marketingspruch. „Umsonst“ bedeutet einerseits, dass die meisten Freiluft-Veranstaltungen kostenlos sind. Und dass sie andererseits nur stattfinden können, wenn reichlich Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen in der Stadt friedlich zusammenkommen und fröhlich die verschiedenen kulturellen Angebote wahrnehmen.

Denn erst dann, wenn im strömenden Regen 3000 Menschen vor der Bühne auf dem Schlossplatz tanzen und die Bands bejubeln, schließt sich der Kreis, und das Etikett „Umsonst“ erhält eine hohe Wertigkeit.

Den Autor erreichen Sie unter

Unkritisch ist der Bühnenauftritt des nach Experten-Meinung „besten Handtrommlers der Welt“ Mohammad Reza Mortazavi ab 19 Uhr. Mit individuellen Spieltechniken und einem breiten Spektrum an Obertönen zaubert der gebürtige Iraner aus den traditionellen Handtrommeln Tombak und Daf ein Geflecht aus tanzbaren Rhythmen, schnellen Beats und tranceartigen Strukturen.

Der Ausnahmemusiker begeisterte sein Publikum in Shanghai und New Delhi gleichermaßen, in der Philharmonie Berlin und auf dem Roskilde-Festival. Das Talent wurde früh entdeckt: Bereits im Alter von neun Jahren gewann der junge Mortazavi in seiner persischen Heimat den nationalen Percussion-Wettbewerb.

Im Anschluss werden „Girls in Airports“ auftreten, die allerdings eine falsche Fährte legen und korrekterweise „Männer auf Konzertbühnen“ heißen müssten. Die dänische Formation überzeugt mit einem Sound, der je nach Art der Betrachtung als sphärisch, cineastisch, süffig oder nostalgisch beschrieben wird. „Zwei schräge Saxofone, dazu Schlagzeug und Perkussion sowie Vibrafon und Piano mit Wurlitzer-Klang“ – lautet die Beschreibung der Plattenfirma.

Kultursommer-Programm in der Übersicht

Auch wenn die Wetterprognose für die kommenden Tage nicht wirklich positiv erscheint, das Programm bleibt auch für Freitag auf höchstem Niveau. Mit der Oldenburger Sängerin Anica Russo kommt wieder Lokalkolorit auf den Schlossplatz. Ihr Vater war Kirchenmusiker, mit vier Jahren erhielt sie ihre erste Gitarre – und mit 17 steht sie beim Kultursommer auf der Hauptbühne.

Erfolg hat sie übrigens auch auf ihrem eigenen Youtube-Kanal: Innerhalb kürzester Zeit sahen mehr als 200 000 Nutzer Interpretationen eines Songs von Rihanna.

Der sogenannte Top-Act ist um 20 Uhr die Formation „Turin Brakes“. Die Engländer schwimmen mit hymnisch-melodiösen Stücken auf der Welle von Ed Sheeran und Ben Howard.


     www.nwzonline.de/videos 
Oliver Schulz
Redakteur
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2094

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