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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Es brummt, zischt und knallt in der Exerzierhalle

26.03.2016

Oldenburg Hektisch zieht sie die Luft ein, lässt sie gepresst wieder ausströmen, schnalzt mit der Zunge, seufzt, stöhnt, brummt und quietscht. Zwischendurch hat man das Gefühl, man beobachte die Frau beim empathischen Mitverfolgen von etwas Spannendem. Schlüsselwerke für Stimmklänge präsentierte das „oh ton“-Ensemble Mittwochabend im Rahmen der Klangpol-Konzertreihe „NOIeS!“ in der Exerzierhalle. Helmut Lachenmanns Komposition „temA“ (1968) für Stimme, Violoncello und Flöte kreist um die Idee einer „musique concrète instrumentale“, die dem Akt des Hervorbringens von Klängen besonderes Augenmerk schenkt.

Gerade die Nebengeräusche bei der Tonerzeugung sind von Interesse: Klappen- und Windgeräusche, Saitenknacken sowie Atemholen – Lachenmann veranschaulicht die Materialität gerade der stimmlichen Klangerzeugung in seiner großen Vielfalt. Mit leichtfüßiger Flexibilität findet sie ihre Umsetzung in der Interpretation von Hasti Molavian (Mezzosopran), Evelin Degen (Flöte) und Marie Schmit (Violoncello).

Mathias Spahlingers „128 erfüllte Augenblicke“ (1976) greifen Aspekte von Lachenmanns Komposition auf. Spahlinger bettet die Stimme (Christie Finn) ein in ein Kammermusikensemble mit Klarinette (Andrea Nagy) und Violoncello. Die 128 Augenblicke gestaltet er als teils sehr eng, teils lockerer miteinander verknüpfte Fragmente, die die Interpreten in beliebiger Reihenfolge zur Aufführung bringen. Der Komponist lotet die stimmlichen Möglichkeiten in Richtung Instrumentalklang aus und spielt mit der Überlagerung bzw. Ähnlichkeit von Stimme und Instrument, was Finn durch ihren schlanken, geraden Sopran besonders zu forcieren vermag.

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Peter Eötvös’ „PSY“ (1996) und Eckart Beinkes „Chiffren haltbarer Zustände“ (2010/2012) rahmen die beiden Schlüsselwerke für Stimme. Beide verdeutlichen auf je unterschiedliche Weise den Programmtitel des Abends: „fragil“. Bei Eötvös sind es vor allem die Klangtupfen unterschiedlicher Intensität auf Marimba, Schlagwerk (Michael Pattmann), Flöte und Violoncello, die die Fragilität des vom Komponisten als solchen gedachten Blick in den eigenen Psycho-Kosmos, charakterisieren. Beincke verleiht zudem dem Gestischen, dem Unhörbaren Ausdruck. Gleichzeitig nutzt auch er die klangliche Variabilität der Instrumente: Mit Bogen gestrichene Marimba, stimmhaftes Flötenspiel, schnarrendes Cello – ähnlich wie Lachenmann und Spahlinger spielt Beinke die klanglichen Möglichkeiten in immer neuen Zusammenführungen aus. Es brummt, zischt, knallt und kratzt.

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