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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

50 Jahre Stadtbibliothek Eversten: Großes Kopfkino zwischen den Zeilen

30.04.2019

Eversten Der Bücherwurm ist ein Nagekäfer, er bohrt sich gern in Holzmöbel und hinterlässt dabei feinen Holzstaub. Ziemlich schädlich. Eine andere Art von Bücherwurm fällt über gedruckte Buchstaben her, verschlingt diese, und es bleiben fantasievolle Geschichten. Sehr spannend. Eben diese Spezies meinte sicher die Bürgermeisterin Christine Wolf, als sie am Samstag in der Stadtteilbibliothek Eversten ihren Geburtstagsglückwunsch mit den Worten überbrachte: „Lesen macht Spaß, weil jeder sein eigenes Kino im Kopf haben kann.“

Anschließend spreizten auf Kommando alle Gäste ihren Zeigefinger mit einem kräftigen „Peng“ in die Luft und eröffnet wurde mit diesem Startschuss die Verlosung im Rahmen eines Gewinnspiels. Als Erste nimmt die kleine Rosa ihren Geschenkgutschein für ein Spielwarengeschäft in Empfang, und sie ist sichtlich überrascht von dem Beifall, mit dem die zahlreichen Eltern und Kinder den kleinen Auftritt begleiten.

Ein Grund zum Feiern

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50 Jahre gibt es die Stadtteilbibliothek mittlerweile und zu diesem Anlass wird tüchtig gefeiert. Neben Kaffee und Kuchen stiftet der Verein Freundeskreis der Stadtbibliothek Oldenburg die Gutscheine, und mit einem bunten Beiprogramm sorgen die Akteure der Bücherei für turbulentes Treiben zwischen den Bücherregalen.

Die kleinen Bücherwürmer haben sich im Laufe der Zeit in gefährliche und wilde Tiere verwandelt. Sie hüpfen und springen, originell und künstlerisch bemalt von Tanja Aeilts, zwischen den Regalen herum. Danach lassen sie sich von dem Clown Armin Huwald ins Bilderbuchkino einladen und zu Geburtstagsgeschichten verführen. Für die Größeren hat das Team vom Spielmobil Spielefant auf dem Gelände vor der Bücherei einen Geschicklichkeitsparcours aufgebaut.

Trotz einzelner Regenschauer lassen sich die Jugendlichen nicht davon abhalten, ihre Kräfte und ihren Gleichgewichtssinn an den Geräten auszuprobieren.

Ein halbes Leben besteht nun schon die Stadtteilbücherei. Und da zu den Festgästen die Kulturamtsleiterin Christiane Cordes sowie die Leiterin der gesamten Stadtbibliotheken Heike Janssen gehören, gibt es eine Vielzahl von Informationen zur Entstehungsgeschichte des Büchereiwesens der Stadt. Beide Frauen begleiten die Entwicklung der Stadtbücherei seit vielen Jahren. Für Interessierte sind die geschichtsträchtigen Entwicklungsschritte nachzulesen in einer kleinen, feinen Chronik (Lesen – Lernen – Leben; Stadtbibliothek Oldenburg 1904-2004 ).

Wie alles begann

Nach wechselvollen Prozessen im städtischen Büchereiwesen eröffnete im Jahr 1969 im Stadtwesten die erste Bibliothekszweigstelle. Mit gut 3000 Büchern für Kinder und Jugendliche war sie in den Räumen des Gymnasiums Eversten untergebracht. Eine Bibliothekarin und eine Angestellte kümmerten sich um die Bücher und die Leser und Leserinnen. Eine von ihnen, Martina Pröber (im vergangenen Jahr verstorben) hatte miterlebt, wie Bücher und Regale den Standort mehrmals wechseln mussten, bis endlich im Herbst 1978 der Umzug in den neu errichteten Anbau des Schulzentrums erfolgen konnte. Hier entstand der erste Zusammenschluss von Stadt- und Schulbibliothek. In den folgenden Jahren entwickelten sich die weiteren Stadtteilbibliotheken Flötenteich, Kreyenbrück und Ofenerdiek.

Die Bibliotheken untereinander sind heutzutage bestens vernetzt. Das Gesamtverzeichnis mit 176 000 Medien ist elektronisch abrufbar und der Wunschtitel ist nach Anmeldung an jedem Standort abzuholen. Zwei Ehrenamtliche organisieren und befördern dafür die Wunschbücher mit einem eigenen Transportdienst.

Gr0ße Veränderungen

Bücher und andere Medien auszuleihen bzw. zur Verfügung zu stellen, diese originäre Aufgabe ist und bleibt auch in Zukunft primäre Angelegenheit von Büchereien. In den letzten Jahren zeigten sich allerdings am Beispiel des Quartiers Eversten und Bloherfelde die enormen Nutzungsveränderungen. Die Stadtbibliotheksleiterin Heike Janssen berichtet: „Die Bibliothek ist mittlerweile Treffpunkt, Begegnungsstätte und Kulturort gleichermaßen. Hier gibt es Informationen zu Sport- und Freizeitgestaltung, Lernarbeitsplätze, Lesungen, Schulungen und vielfältige Veranstaltungen für Groß und Klein. Die Nähe zu den Sporteinrichtungen und zur Skateboardbahn ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zur Bücherei. Außerdem sind die Angebote nicht kommerziell, ohne Anmeldung und gleichzeitig generationsübergreifend nutzbar, wie beispielsweise die Geschichten zur Kaffeestunde für Menschen im Alter ab 60 plus.“

Irgendwann geht auch die schönste Geburtstagsfeier zu Ende. Zum Ausklang haben sich Mitarbeiterinnen und die Leiterin in Eversten, Sandra Haye, noch einen Leckerbissen überlegt: Der Theaterpädagoge und Schauspieler Ralf Selmer lädt die Gäste zu einer kleinen Zeitreise in das Gründungsjahr 1969 ein und fragt: „Was war da eigentlich alles so los um diese Zeit?“ Als die Türen abends schließen, krabbeln auch die letzten Bücherwürmer müde und reich beschenkt mit bunten Erlebnissen nach Hause.

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