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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Uni-Projekt erklärt Ringpfeilerhalle in Eversten

07.12.2019

Eversten Seit kurzem gibt eine städtische Informationsvitrine Auskunft über die Geschichte des Everster Denkmals für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Die sogenannte Ringpfeilerhalle liegt an der Autobahnabfahrt Eversten, an der Ecke Hauptstraße/Prinzessinweg. Es ist bereits die zweite Informationsvitrine, die durch ein studentisches Projekt an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg initiiert und von Studentinnen und Studenten bearbeitet wurde. Auch die Vitrine am Friedensplatz zur Geschichte der Friedenssäule, die 2018 aufgestellt wurde, gehört dazu.

Der Entwurf für die Ringpfeilerhalle stammt von Stadtbaurat Jean Robert Charton (1881-1963), der das Denkmal als offenen Rundtempel geplant hatte. Am 1. August 1924 war Eversten eingemeindet und offiziell Stadtteil von Oldenburg geworden, so dass die Stadt die Bauleitung zu verantworten hatte. Zahlreiche Kriegervereine und Ortsgruppen am Garnisonsstandort Oldenburg sowie die neugegründete bürgerschaftliche Denkmalskommission Eversten finanzierten das Denkmal. Es sollte zunächst im Everstenholz errichtet werden, wurde dann aber für den jetzigen Standort und als Teil eines städtischen Zentrums mit Turnhalle und großem Sport- und Kinderspielplatz geplant. Hinter dem Denkmal befand sich die Jahnwiese, auf dem die Fußballer des TuS Eversten trainierten und ihre Spiele austrugen.

Nach Errichtung der Ringpfeilerhalle ließ sich ein solches Ensemble jedoch nicht verwirklichen, und die Ringpfeilerhalle blieb der einzige realisierte Bau auf diesem Areal. Am Totensonntag, 22. November 1925, wurde das Denkmal ehrenvoll eingeweiht und der Stadt übergeben. Im Laufe der Jahre wurde es dann zum Bestandteil der Everster Stadtteilkultur.

Die vier Gedenktafeln im Innern der Ringpfeilerhalle führen insgesamt 244 Gefallene des Ersten Weltkrieges auf, die aus den Ortsteilen Eversten I bis IV, Hundsmühlen, Nord- sowie Südmoslesfehn stammten. Die ersten zwei Gedenktafeln wurden in diesem Jahr durch die Stadt restauriert, da witterungsbedingt die hier aufgeführten Namen unleserlich geworden waren. Die beiden anderen folgen im kommenden Jahr.

Im Zentrum der Ringpfeilerhalle steht eine Sandsteinskulptur des Oldenburger Bildhauers Max Gökes. Die ursprünglich vergoldete Skulptur, ein Symbol der Ewigen Flamme, stand dort bis 1953. Dann wurde sie entfernt und blieb unbeachtet im Gebüsch hinter dem Denkmal liegen. Anstelle der Skulptur wurde auf Initiative des Everster Bürgervereins ein großes Kreuz aus Sandstein errichtet. Es trägt die Inschrift „Den Opfern der Weltkriege 1914-18 – 1939-45. Ihr Sterben war ihres Lebens größte Tat“ – Worte, die sich mit unseren Kenntnissen über die beiden Weltkriege nicht mehr vereinbaren lassen.

Seit 2007 stehen nun das Kreuz und die Ewige Flamme gemeinsam und als Ausdruck eines völlig anderen Verständnisses der Geschichte in der Ringpfeilerhalle.

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