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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Open-Air-Atelier In Oldenburg: Künstler holt Kinder zum Malen auf die Wiese

13.07.2019

Eversten Bei Leinwänden mit einer Größe bis zu 1,90 Meter mal 1,90 Meter gerät ein Künstler, der in einer WG lebt, schon mal in Platznot. Fynn Klün hat da eine einfache Lösung gefunden: Er ist nach draußen gezogen und hat mit den Kindern im Viertel ein Mal-Fest veranstaltet. Zehn riesige Leinwände nahm der 24-Jährige mit auf den Rasen vor den Mehrfamilienhäusern in der Von-Thünen-Straße.

Der günstigste Platz

Seit fünf Jahren lebt der gebürtige Wittmunder in Oldenburg, um hier künstlerisch zu arbeiten. Als es dann in der WG eng wurde, hatte Fynn Klün die Idee: „In der nächsten Wärmeperiode gehe ich einfach nach draußen.“ Doch eine solche Veranstaltung bedarf einiger Vorbereitungen: Zuerst einmal muss analysiert werden, wo im Gemeinschaftsgarten des Mehrfamilienhauses die Sonne am längsten scheint und welcher Platz für den Transport der Materialen günstig gelegen ist. Die Entscheidung fiel auf den Vorgarten. „Der so gut wie immer ungenutzt bleibt, weshalb es doch auch einfach schön ist, dass da mal was los ist“, fand der 24-Jährige.

Und da kam der Künstler auf eine weitere Idee: „Kinder mögen es doch zu malen und ich mag es, wie Kinder malen, so intuitiv und leicht.“ Deshalb kaufte er kleine Leinwände und lud die Kinder ein, mit ihm zu malen.“

Für Fynn Klün begann der Tag schon um 6 Uhr, weil er möglichst viele Bilder malen wollte. Als er auf der Wiese seinen Arbeitsplatz einrichtete und Farben anmischte, zeigten die vorbeilaufenden Nachbarn reges Interesse an seinem Projekt. Viele blieben stehen und wollten wissen, was der junge Mann dort in dem Vorgarten vorhat.

Da Klün momentan eine „Pferdephase“ hat, wie er sagt, ist ein Pferd stets das zentrale Motiv seiner Bilder. Dabei arbeitet er mit der „Deichtechnik“. Dabei werden zunächst die Konturen mit schwarzer Acrylfarbe gemalt. Da Acryl eher dickflüssig ist, kann er den Innenraum der Konturen mit einer mit Wasser verdünnter Acrylfarbe ausfüllen, die an den schwarzen Rand läuft, aber nicht darüber hinaus. Es entstehen zufällige Farbverläufe, welche dann zum Beispiel die Flecken eines Pferdes ergeben. Die Bilder müssen wegen der vielen flüssigen Farbe im Liegen trocknen, da sie sonst verlaufen würden. Dies kann dann bis zu 24 Stunden dauern. Genau aus diesem Grund war das Außenatelier für den Künstler auch das ideale.

Bis Sonnenuntergang dauerte der Mal-Marathon. Währen dann gegrillt wurde, konnten die Bilder trocknen. In der Wohnung, die Fynn Klün mit zwei Freunden teilt, hätte das so nicht geklappt, sondern immer ein Bild nach dem anderen. Den Wunsch nach einer Halle, in der er sich künstlerisch ausleben kann, konnte sich Klün noch nicht erfüllen.

„Malen, um etwas zu hinterlassen“, ist eine seiner Motivationen, sich der Kunst zu widmen. Und ein Bild pro Tag wäre da zu wenig. Für ihn ist es keineswegs von Bedeutung, wie lange er für ein Bild braucht. „Kunst muss nicht lange dauern“, sagt er. Für sein erstes Bild im Außenatelier brauchte er, ab dem Zeitpunkt, als die Konturen für die Deichtechnik fertig waren, gut zwei Stunden.

18 Bilder fertig

Fynn Klün mag das kindlich-naive, intuitive und den Verzicht auf Details, wie er erzählt. Ähnlich wie Arbeiten von Kindern oft aussehen. Zwei seiner kleinen Gäste, die Geschwister Benneth und Feywa, die die erste und dritte Klasse besuchen, haben sich dem Künstler beim Mal-Marathon gern angeschlossen. Und sie wurden immer mutiger. Es entstand ein Bild nach dem anderen. Am Ende erzählte Benneth ganz stolz: „Ich habe elf Bilder geschafft.“ „Und ich sieben“, fügte seine Schwester hinzu.

Und was passiert nun mit Fynn Klüns großen Werken? „Die sind für meine Ausstellung im nächsten Sommer im Hof Dinklage.“ Dort (Holler Landstraße 178) hatte er im Oktober 2018 seine erste Ausstellung. Für die nächste müssen neue Bilder her. Die jetzt entstandenen sind gut getrocknet und werden in seinem WG-Zimmer gelagert.

Es war für Fynn Klün das erste Mal, dass er ein solches „Mal-Fest“ veranstaltet hat – aber nicht das letzte.

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