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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kultur: Ex-Oberbürgermeister profiliert sich als Stadtführer

15.05.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-05-18T18:32:42Z 280 158

Kultur:
Ex-Oberbürgermeister profiliert sich als Stadtführer

Oldenburg Die Premiere der ersten Bürgerführung durch die Oldenburger Bürgerstiftung ist gelungen. Das Interesse an Informationen „aus erster Hand“ durch den Vorsitzenden der Bürgerstiftung und ehemaligen Oberbürgermeister Dietmar Schütz und Denkmalpfleger Friedrich Precht war groß.

Schütz machte deutlich, dass die Führungen keinen touristischen Hintergrund hätten. „Deshalb haben wir den Denkmalpfleger dabei, damit wir auch in die Tiefe der Baugeschichte gehen können“, so Schütz. An der Statue von Dr. Theodor Goerlitz (1885 bis 1949) direkt am Rathaus ging es los. Goerlitz, Jurist und für Schütz der bedeutendste Oberbürgermeister Oldenburgs, wurde 1921 Oberbürgermeister. Durch die Eingemeindungen der Ortschaften Osternburg (1922) und Eversten (1924) beseitigte er die räumliche Einengung der Stadt. Goerlitz sorgte für Industrieansiedlungen (Fleischwarenfabrik, Zentralviehmarkt) und den Ausbau des Schulwesens. Er gründete die GSG und im weiteren Sinne auch die EWE durch den Zusammenschluss der Elek-trizitätswerke Oldenburg und Leer unter der Beteiligung von Preußen Elektra. Die Nazis entließen ihn 1932 .

Precht erzählte im Rathaus, dass der ehemalige Oldenburger Stadtbaumeister Carl Franz Noack (1855-1945) befürchtete, dass die Farben im Vorgänger des heutigen Ratssaals die Kinder zu sehr aufregen könnten. Ende des 19. Jahrhunderts – nach dem Abriss – wurde Noack mit der Ausführung der Pläne der Berliner Architekten von Holst und Zaar für das neue Rathaus beauftragt. Schütz deutete die einzelnen Wappen an der Decke. Neben dem Wappen von Oldenburg und dem Großherzoglichen Wappen hängen die Stadtwappen von Vechta, Friesoythe, Jever, Varel, Wildeshausen und Delmenhorst. „Sie symbolisieren die Verbundenheit mit dem Oldenburger Land“, so Schütz. Im Degodehaus beschrieb Precht die Deckenausmalung aus dem 17. Jahrhundert mit den einst nur vier Erdteilen. Der historische Spaziergang berührte auch den Pulverturm, das Schloss und den Schlossplatz und endete in der Lamberti Kirche.
Die nächste Führung ist am Freitag, 16. Juni, ab 15 Uhr mit Bettina Unruh, Geschäftsführerin der „Baumhaus GmbH“ und Vorstandsmitglied der Oldenburger Bürgerstiftung. Unruh gibt Einblicke in die Entwicklung des alten Bahlsengeländes. Anmeldung: Tel. 50 50 16 13 (dienstags/donnerstags, 9 bis 12 Uhr).