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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Familientragödie entwickelt sich zur beliebten Oper

23.01.2010

OLDENBURG Die Endproben zu Giuseppe Verdis Oper hatten schon begonnen, da trennte sich das Staatstheater von Regisseur und Ausstatterin und nahm die künstlerische Leitung selbst in die Hand. Die Generalprobe wurde um einen Tag nach hinten verschoben, die Premiere dagegen findet wie im Spielplan festgelegt an diesem Sonnabend statt.

„Die konkrete Umsetzung bestimmter Abläufe hat sich in der Inszenierung so nicht eingelöst“, erläutert Dramaturg Sebastian Hanusa. Vergleichbar mit einer Schreibblockade bei einem Schriftsteller habe man in eine andere Richtung weiterarbeiten müssen. „Wir haben weder einen radikalen Schnitt gezogen, noch fangen wir bei Null an“, betont Hanusa. „Die Zuschauer werden eine vollwertige Version der Oper erleben.“

Die musikalische Bandbreite und die Komplexität der Handlung sind groß. „In unheimlich gedrängter Form werden hier archetypische Situationen und emotionale Vorgänge auf die Bühne gebracht“, unterstreicht der Dramaturg, warum Verdis Oper heute zu den beliebtesten Werken zählt.

„Der Troubadour“ erzählt eine Familientragödie, die im rauen Spanien des 15. Jahrhunderts ausgelöst wird durch die Prophezeiung einer Zigeunerin. Sie sagt dem jüngsten Sohn des Grafen von Luna eine schreckliche Zukunft voraus. Zur Strafe wird sie verbrannt, woraufhin ihre Tochter Azucena (Zdravka Ambric) aus Rache einen der Grafensöhne entführt. In ihrer Verwirrung wirft sie jedoch ihr eigenes Kind in die Flammen und zieht den adeligen Manrico als ihren Sohn auf.

Nicht wissend, dass sie Brüder sind, stehen sich Manrico (Alexej Kosarev) und der junge Graf Luna (James Bobby) später im erbitterten Kampf gegenüber und lieben dieselbe Frau, Leonora (Irina Wischnizkaja). „Alles Tun ist Konsequenz der Vorgeschichte“, sagt Sebastian Hanusa, dem der Vergleich der Handlung mit einem Prisma gefällt: „In einem großen Spektrum spaltet sich das Licht auf in einzelne, ganz klar zu erkennende Farben.“

Das Staatstheater lässt Verdis Drama in vier Akten in der heutigen Zeit spielen, in einer Bürgerkriegssituation. „Die Gewaltschwelle ist niedrig und die Gesellschaft reagiert extrem“, erläutert Hanusa. Gesungen wird in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Zu den weiteren Mitwirkenden zählen Andrey Valiguras (Hauptmann Ferrando), Barbara Schmidt-Gaden (Leonoras Gesellschafterin Ines) und Thomas Burger (Manricos Knappe Ruiz). Den Opern- und Extrachor dirigiert Wilhelm Hofmann. Die musikalische Leitung obliegt der Amerikanerin Karen Kamensek.

Theaterkritiker der NWZ unter www.NWZonline.de/theater

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