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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

MUSIK: Fauré-Klavierquartett erntet Begeisterung und Bravo-Rufe

22.04.2008

OLDENBURG Der Schluss überstrahlte alles: ein mächtiger Erzählstrom, der sich farbig und klangsinnlich entfaltet, Harmonie- und Klangflächen scheinbar quirlig verwirbelt, ausbreitet, wieder zusammenführt, und der doch die Entwicklungen der einzelnen Stimmen klar aufzeigt, sie greifbar, begreifbar macht. Und eine kraftvolle Pulsation und reiche Ideen, wie man sie sonst vielleicht von Brahms nur vermutet, wäre da nicht dieser feine poetische Grundton, der immer eine Spur vornehmer wirkt und graziler als beim deutschen Schwerblut.

Die Rede ist von Gabriel Fauré und seinem Klavierquartett Nr. 1 in c-Moll. Der Schüler von Saint-Saëns schrieb es 1879. Traditionell viersätzig angelegt, verweist die aparte Klanglichkeit bereits auf die Kunst der impressionistischen Nuancierung: Für die Interpreten eine heikle Aufgabe, gilt es doch, Differenziertheit und Elan, Vorwärtsdrang und Geschmack sensibel zu vereinen.

Den Musikern des 5. Kammerkonzerts im Kleinen Haus ist diese Balance höchst eindrucksvoll gelungen. Astrid Heinemann, Violine, Jessica Syfuß, Viola, Jörg Heinemann, Violoncello, und Heinz Gassenmeier, Klavier, verdienten sich mit ihrem inspirierten Fauré zu Recht begeisterten Applaus und Bravo-Rufe. Schlackenfrei im Ton, transparent in den Linien, vor Esprit sprühend gelang freilich nicht alles an diesem Vormittag. Das „175-Sekunden-Stück zum 175. Geburtstag“ (des Staatstheaters), diesmal aus der Feder des Komponisten Hannes Galette Seidl, eine Uraufführung, entpuppte sich allem schönen Überbau zum Trotz als reichlich verquaste Jagd auf die schrillste Drei-Minuten-Kakophonie von vier Streichern.

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Das Auftaktstück, Glinkas „Trio Pathétique in d-Moll“, hatte trotz glutvoll dusterer Celloklage im Largo ein wenig unter den anfangs-nervösen Intonationsirritationen des Ensembles gelitten, während Ernst von Dohnányis „Serenade für Streichtrio C-Dur“ zwar eine echte und stellenweise hörenswerte Wiederentdeckung darstellen mag, deren kompositorische Qualität dennoch keinen vom Hocker reißen wird.

Was bleibt, ist ein insgesamt delikat zusammengestelltes Programm jenseits sattsam ausgetretener Konzert-Pfade – und der Nachhall eines wunderschönen 1. Klavierquartetts von Fauré.

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