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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Feuer und Flamme fürs Vorlesen

26.09.2016

Oldenburg Für das Lesefest entlang der Peterstraße hatte man passende, aber auch würdige Lokalitäten ausgesucht. Der Bischof von Oldenburg las im ehemaligen Lehrerseminar und der heutigen Aula des Staatlichen Baumanagements. Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk hatte sich die Friedenskirche ausgesucht. Modernes Umfeld wählte man für die Oldenburger Olympiateilnehmerin und Leichtathletin Ruth Spelmeyer im Forum St. Peter. Und natürlich ist ein Kindergarten ein passender Ort, um die Geschichte von „Herrn Schnippel und Juri“ zu erzählen, die gemeinsam rasante Abenteuer erleben.

„Ich lese sehr gern und viel, besonders Belletristik“, begründete Bischof Jan Janssen sein Engagement am Samstag. „Lesen ist für mich ein Lebensmittel“, bekräftigte der Kirchenmann. Er hatte das Buch „Gehen, ging, gegangen“ von Jenny Erpenbeck ausgesucht. Das Buch erzähle erstaunlich realitätsnah die Konfrontation eines emeritierten Professors mit der Flüchtlingssituation in Berlin, so der Bischof.

Rund 50 Personen hören ihm an diesem Nachmittag zu. So viele sind es nicht an allen Lesestandorten und auch bei den stündlichen Lesungen des Bischofs nicht immer. In der Regel sind es 15 bis 30 Menschen, die sich stündlich auf den Weg machen, um an einer der rund 20-minütigen Lesungen teilzunehmen. „Die Menschen genießen es, mal etwas vorgelesen zu bekommen“, meint Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk. „Ich selbst bin eine Leseratte und kann mir ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen.“

Sie liest die Geschichte von Baba Dunja, der Krankenschwester, die mit Gleichgesinnten in das verstrahlte Tschernobyl zurückgekehrt ist. Es lesen aber auch Schriftsteller aus ihren eigenen Büchern. Die Autorin Anja Schäfer sagt: „Wer viel schreibt, muss viel lesen und besonders viel leben.“ Ihr Buch „Ganz schön fairrückt“ soll helfen, mit kleinen Schritten einen schonenden Umgang mit Ressourcen und Nahrung zu finden. „Es scheint mir, als wenn den Menschen heute einiges bewusst geworden ist“, hofft die Hamburgerin.

Als die Olympiateilnehmerin Ruth Spelmeyer aus Oldenburg hörte, sie solle aus dem Buch „Der Traum von Olympia“ von Reinhard Kleist vorlesen, war sie Feuer und Flamme. Es erzählt die wahre Geschichte der somalischen Läuferin Samia Yusuf Omar, die im Jahr 2008 in Peking an den Olympischen Spielen teilgenommen hat. 2012 wollte sie in London wieder teilnehmen, ertrank aber auf der Flucht aus Somalia im Mittelmeer. Bei Spelmeyer spürte man bei der Lesung die emotionale Anteilnahme. Am Ende ihrer drei kurzen Lesungen freute sie sich über die gute Resonanz im Publikum. „Die Idee ist cool“, findet die Psychologiestudentin. Auch die Schauspielerin Brit Bartuschka „war mit dem ganzen Herzen dabei“, wie sie sagt. „Mit Kindern muss man interaktiv arbeiten“, meint die Mimin. „Da kann man nicht einfach nur vorlesen“, erklärt sie und man merkt, wie viel Spaß es der freischaffenden Schauspielerin gemacht hat.

Das Lesefest hat den Oldenburgern in vielen kleinen und feinen Gruppen ein (Vor-) Lesevergnügen bereitet, das mit stillem Jubel aufgenommen wurde. Atmosphärisch war jede Lesung ein Beifall an die Lektüre. Eine Aufforderung, zu Hause weiterzulesen. Beim Lesefest in Oldenburg wurden ausnahmslos Bücher vorgelesen, die zum Evangelischen Buchpreis 2016 von Leserinnen und Lesern vorgeschlagen wurden. Eine Jury hat aus diesen Vorschlägen das Buch „Die Rabenrosa“ ausgewählt. Der Autorin Helga Bansch wird am Mittwoch der Buchpreis zuerkannt.

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