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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Filmfest mit starkem Happy-End

20.09.2016

Oldenburg Sein kantiges, hageres Gesicht ist wie geschaffen für die Bösewicht-Rollen. Dass André Hennicke, der vor der Kamera so häufig den Psychopathen und Killer gegeben hat, gleich mit seiner ersten Komödien-Hauptrolle einen Darsteller-Preis gewinnt, kam für ihn „ziemlich überraschend“. Umso größer war die Freude beim 57-Jährigen, als am Sonntagabend bei der Abschlussgala des Oldenburger Filmfests sein Name ausgerufen wurde: Für seine Darstellung als alternder Porno-Star in „Strawberry Bubblegums“ erhielt Hennicke den „Seymour Cassel Award“ als bester Schauspieler. „Der Preis wird bei mir zuhause einen besonderen Platz bekommen. Ich hab’ zwar schon ein paar, aber die waren alle für ernstere Rollen“, sagte der Charakterdarsteller.

Hennicke, lässig im 2-in-1-Shirt und in Jeans, bedankte sich mit einer Verbeugung auf der Bühne des Staatstheaters und hob den Mut von Jung-Regisseur Benjamin Teske hervor: „Er ist das Beste am Norden“, lobte der Preisträger den gebürtigen Bayern und spielte damit darauf an, dass der vom NDR geförderte Film in der Fernsehreihe „Nordlichter“ gezeigt werden wird. Hennicke dankte auch seiner Filmpartnerin Gloria Endres de Oliveira: „Ohne sie wäre der Film nicht so großartig geworden.“

Als beste Hauptdarstellerin wurde die Französin Noémie Merlant für ihre Rolle in dem Drama „Twisting Fate“ ausgezeichnet. Die 27-Jährige zeigte sich „sehr glücklich“: „Ich werde das niemals vergessen.“

Gleich zwei Preise gingen an türkische Filmschaffende: Den mit 2000 Euro dotierten Publikumspreis, den „German Independent Audience Award“, nahmen Regisseur Emre Konuk für sein Paranoia-Drama „The Apprentice“ entgegen. Der sichtlich gerührte 27-Jährige widmete die Auszeichnung seiner zwei Monate alten Tochter. Auch Hauptdarsteller Hakan Atalay freute sich mit.

Überwältigt von Glücksgefühlen war auch Ruken Tekes – die türkische Regisseurin gewann mit ihrem Beitrag „The Circle“ den Preis für den besten Kurzfilm. Der Film habe die Jury mit seiner allegorischen beispielhaften Kraft und seiner poetischen Bildsprache extrem bewegt“. Tekes zeigte sich vom „unglaublichen Oldenburger Publikum“ begeistert. „Teil dieses wundervollen Filmfestes sein zu dürfen, war für mich schon alleine eine Auszeichnung“, sagte sie.

Eine lobende Erwähnung ging an das Schauspieler-Ensemble des israelischen Films „One Week and a Day“. Der gefühlvolle Streifen habe die Festivalbesucher zu Tränen gerührt, hieß es in der Laudatio. Hauptdarsteller Shai Avivi nahm die Ehrung im Namen seiner Kollegen entgegen.

Als Abschlussfilm flimmerte das französisch-belgische Scheidungsdrama „Die Ökonomie der Liebe“ über die Leinwand im Großen Haus des Staatstheaters – laut Festival-Chef Torsten Neumann das „schönste Kino der Stadt“. Für Marcus Machura als Chef des Camino-Filmverleihs war es eine „große Ehre“, zum dritten Mal in Folge das Festival mit einem Streifen aus seinem Haus zu beenden. Bundesweit startet „Die Ökonomie der Liebe“ erst am 3. November – auch in Oldenburg, dann allerdings im „Casablanca“. Nach dem Abspann folgte noch ein letzter Gruß von Torsten Neumann ans Publikum: „Wir sehen uns in 2017!“


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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