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Luftfahrtgeschichte: Flugpionier hob vor 100 Jahren ab

03.02.2011

OLDENBURG Johann Schütte war der größte Konkurrent Graf Zeppelins. Der Oldenburger Luftfahrt-Pionier hat sich zeitlebens geärgert, wenn jemand von Zeppelinen statt von Luftschiffen sprach. Schließlich war es der am 26. Februar 1873 in Oldenburg geborene Johann Schütte, der als Strömungsexperte den Fluggeräten die berühmte Zigarrenform auf den Leib schneiderte.

An den Oldenburger Luftschiffbauer erinnert die Schütte-Lanz-Straße im Gewerbegebiet Tweelbäke, es gab auch eine große Ausstellung im Stadtmuseum. An Graf Zeppelin allerdings werden Millionen Zuschauer denken, wenn am 6. und 7. Februar im Fernsehen auf RTL (20.15 Uhr) in einem zehn Millionen Euro teuren Filmepos mit Starbesetzung noch einmal das Unglück von Lakehurst in Szene gesetzt wird, bei dem die „Hindenburg“ am 6. Mai 1937 in Flammen aufging und abstürzte. An Schütte werden dabei wohl nur wenige Experten denken.

Professor in Danzig

Der Oldenburger folgte nach dem Schiffbau-Studium und einer Station beim Norddeutschen Lloyd 1904 einem Ruf an die damals neu gegründete Hochschule in Danzig. Es war die aufsehenerregende Explosion des „Zeppelin Z IV“ 1908 in Echterdingen nach einem Gewitter, die Schütte auf den Plan rief: Er untersuchte das Unglück und unterrichtete den Grafen über einige Konstruktionsfehler. Doch der ignorierte die Verbesserungsvorschläge des jungen Oldenburgers und wurde durch das Unglück nur noch berühmter.

Johann Schütte ließ sich jedoch nicht entmutigen, sondern sagte sich: „Jetzt erst recht.“ Gemeinsam mit dem Mannheimer Industriellen Dr. Karl Lanz (und dessen Mutter als Geldgeberin) gründete er in Mannheim-Rheinau die Schütte-Lanz-Luftschiffbau.

Der Prototyp SL 1 startete vor 100 Jahren zur Jungfernfahrt – und bekam wegen einiger Probleme zwar nur die Note „befriedigend“ – hielt sich aber 50 Minuten in der Luft. Mit der zweiten Konstruktion SL 2 setzte Schütte schon die schnittige Stromlinienform sowie die aufgehängten Gondeln um, die nach 1912/13 für Luftschiffe Pflicht wurden. Nur dann galten sie als „voll verwendungsfähig und betriebssicher“. Graf Zeppelin und Schütte wurden nie Freunde, ganz im Gegenteil: Sie prozessierten sogar gegeneinander, denn Schütte entwickelte sich zum ernsthaften Konkurrenten: In Zeesen bei Berlin wurde ein Zweigwerk gegründet, in dem bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 insgesamt 4800 Beschäftigte 22 Schütte-Lanz-Luftschiffe und mehr als 1000 Schütte-Lanz-Flugzeuge bauten. Nach Kriegsende durften (vorerst) keine Luftschiffe mehr gebaut werden, und Schütte kehrte zurück auf seinen Lehrstuhl.

40 000 Reichsmark

Später wurde um Schüttes Patente prozessiert, die von Amerikanern und auch dem Luftschiffbau Zeppelin genutzt wurden. Der Oldenburger wurde kärglich abgespeist und gab sich schließlich mit 40 000 Reichsmark zufrieden. Johann Schütte starb am 29. März 1940 in Dresden, drei Jahre nachdem die LZ 129 „Hindenburg“ – mit 245 Metern Länge und 215 Tonnen Gewicht das größte je gebaute Luftschiff – in Lakehurst/USA in Flammen aufgegangen war. Bei dem Unglück starben von den 97 Menschen an Bord 22 Besatzungsmitglieder, 13 Fahrgäste und ein Mitglied der Bodencrew.

Von dieser Konkurrenz wird in dem Film über die „Hindenburg“ allerdings nichts erzählt, sondern es geht in dem Historien-Krimi u.a. um eine Liebesgeschichte. Auch wenn der Oldenburger Luftfahrtpionier Johann Schütte keine Rolle in dem Film spielt, so sind doch zwei Schauspieler in dem Epos zu sehen, die immerhin schon in Oldenburg aufgetreten sind: Stacy Keach als gern gesehener Gast beim alljährlichen Filmfest und Hannes Jaenicke, der 2007 „Schlaflos in Oldenburg“ in der Stadt drehte.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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