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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Forscher suchen Helden in Oldenburg

26.04.2016

Oldenburg Das Geheimnis, wenn es denn existiert, ist hartnäckig ungelöst. Noch. Denn die Frage, ob ein holländischer Nationalheld seine letzte Ruhestätte in der Lambertikirche zu Oldenburg gefunden hat, sträubt sich dagegen, unbeantwortet zu bleiben. So kommt es, dass nach Historikern und Theologen momentan Wissenschaftler der historischen Anthropologie dem Verbleib der Gebeine von Adolf von Nassau (1540-1568) nachspüren.

Adolf, ein Bruder des niederländischen Königs Wilhelm von Oranien, war einer der Heerführer in der Schlacht von Heiligerlee (bei Groningen), die den Beginn des 80-jährigen Freiheits- und Religionskrieges des protestantischen Hollands gegen das katholische Spanien markierte. Adolfs Truppen gewannen zwar diesen Kampf am 23. Mai 1568, ihr Anführer selbst aber starb im Feld, ebenso der gegnerische Befehlshaber Graf von Aremberg.

Der Triumph von Heiligerlee brachte Adolf von Nassau posthum die bis heute anhaltende Verehrung als Freiheitsheld ein (einschließlich Erwähnung in der niederländischen Nationalhymne). Gleichzeitig ist seit der ersten Beisetzung in einer Klosterkirche nahe Groningen unklar, was aus dem Leichnam wurde. Verbürgt ist lediglich, dass Adolfs sterbliche Hülle fortgeschafft wurde; man hatte die Befürchtung, die Spanier könnten die Überreste des Helden rauben. Die Holländer legten deshalb selber Hand an – und verwischten alle Spuren so perfekt, dass schließlich keiner mehr wusste, wo Adolf von Nassau nun lag.

Dieses Geheimnis um den Nationalhelden treibt Lammert Doedens seit 20 Jahren um. Und der Groninger Historiker, dem die populäre Deutung, Adolf sei in Emden begraben, nie so recht gefiel, war bei seinem intensiven Quellenstudium erfolgreich (die NWZ  berichtete): Er fand Belege für die guten Beziehungen zwischen den Grafen von Oldenburg und denen von Nassau: „Anton von Oldenburg war ein Taufpate von Moritz von Nassau, dem Sohn Wilhelms von Oranien. Das belegt ein Eintrag im Taufbuch.“ Doedens fand heraus, dass Adolfs Bruder Ludwig sich kurz nach dessen Tod in geheimer Mission in Oldenburg aufhielt: „Vermutlich, um Vorbereitungen zu treffen für die Überführung des Leichnams in die Lambertikirche.“

Und schließlich fand Doedens in Lamberti-Pastor Ralph Hennings einen Verbündeten. Der wies auf die Existenz eines im Heizungskeller der Kirche versteckten Sammelsarges hin, in dem sich neben den Gebeinen des Grafen Christoph von Oldenburg (1504-1566) möglicherweise auch die des niederländischen Helden befinden. Beweisen könne dies eine DNA-Untersuchung der Knochen.

Und die steht nun bevor. Vor einigen Tagen wurde der Sammelsarg geöffnet und sein Inhalt an Fachleute der Universität Göttingen geschickt, die das Material begutachten und mit der DNA naher Verwandter von Christoph und Adolf vergleichen sollen. Zwischenstand: Völlig offen. „Noch gibt es nichts Neues zu berichten“, sagt Hennings.

Lammert Doedens ist optimistisch, dass bald ein (aus seiner Sicht positives) Resultat zu erwarten ist. Mehr noch: „Es scheint so zu sein, dass viele Mitglieder des oldenburgischen Grafenhauses aus dem 16. Jahrhundert in dem Sammelsarg ihre letzte Ruhestätte fanden“, so der Groninger, der betont, es werde „immer offensichtlicher“, dass Graf Johann VII. von Oldenburg, bekannt als „Der Deichbauer“, und Adolf von Nassau sich sehr gut gekannt haben. Vorerst heißt es abwarten: Das letzte Wort haben die Anthropologen aus Göttingen.

Klaus Fricke
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