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11.02.2017

Oldenburg Torsten Neumann sprudelt vor Ideen. „Wie wär’s mit diesem Streifen?“, überlegt der Chef des Oldenburger Filmfests. Dann kommt ihm ein Regisseur in den Sinn: „Den muss ich unbedingt anrufen.“ Es hört sich an, als würde Neumann schon mitten in den Vorbereitungen für die 24. Auflage seines Festivals stecken. Doch die „riesige Filmliste“, die in seinem Kopf umherschwirrt, dreht sich um einen anderen Termin: Neumann ist von der Niedersächsischen Staatskanzlei damit beauftragt worden, ein 24-Stunden-Filmprogramm in der Landesvertretung in Berlin zusammenzustellen. In den Ministergärten im Berliner Ortsteil Mitte – dort, wo die Stadt Oldenburg das „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten auftischt, wird der Festival-Macher am 23. und 24. März eine Nacht und einen Tag lang „Freiheitsfilme“ auf der Hauptstadt-Leinwand der Niedersachsen präsentieren.

Unabhängig und sperrig

Kurz vor Weihnachten hatte Neumann einen ersten Anruf erhalten. „Ich habe mich sehr geschmeichelt gefühlt“, sagt Oldenburgs Chef-Cineast. Die Landesvertretung organisiert seit einigen Jahren ein öffentliches Kunst- und Kulturprogramm, das die Berliner beeindrucken soll. Diesmal hat die mit zehn Fachleuten besetzte Kunstkommission „Freiheit“ als Oberthema auserkoren. „Dazu passt ein unabhängiges, unangepasstes, mitunter sperriges und nicht korrumpierbares Festival wie das Oldenburger Filmfest ganz hervorragend“, erklärt Kuratorin Stefanie Sembill, warum ihre Wahl auf Neumann fiel. Gerade in Zeiten, in denen Terror für Schrecken sorgt und die Grundfesten der Demokratie erschüttert werden, sei es wichtig, dass sich Kunst klar positioniere. „Und das Oldenburger Filmfest zeigt Haltung par excellence“, lobt Sembill. Die Macher hätten ein großes Netzwerk mit Anbindung an die USA. Sie sollen in Berlin für Niedersachsen zeigen: „Wir können auch Kino!“

Das muss sich Torsten Neumann nicht zweimal sagen lassen: Grundzüge des Programms hat er bereits im Kopf. „Anker“ soll der von Stanley Kubrick Anfang der 70er gedrehte Skandal-Erfolg „A Clockwork Orange“ sein. Gerne würde Neumann „Citizenfour“ zeigen, den Dokumentarfilm über die Tage, als Edward Snowden der Welt die Überwachungswut der amerikanischen NSA enthüllte.

Grünkohl-Smoothies

Vorstellen kann er sich auch die finnischen Punkrocker von Pertti Kurikan Nimipäivät (zu deutsch: Pertti Kurikkas Namenstag). Die vier Musiker mit unterschiedlichen geistigen Behinderungen haben 2015 am Eurovision Song Contest teilgenommen. Ihre erfolgreiche Doku „The Punk Syndrome“ hatte Neumann 2012 in Oldenburg gezeigt. Außerdem auf seiner Wunschliste: der tschechische Regisseur Michal Samir, dessen Film „Hany“ (zu deutsch: Honig) 2014 von den Oldenburger Festivalgästen zum besten Film der Independent-Reihe gewählt wurde. Samir porträtiert darin das Lebensgefühl seiner Generation und deren Suche nach Freiheit.

Los geht das 24-Stunden-Event in der Landesvertretung am Donnerstag, 23. März, um 19 Uhr. Stefanie Sembill erwartet einen „verträglichen“ Eröffnungsfilm, sieht die „härteren Formate“ eher zur späteren Nachtzeit und empfiehlt etwas „luftigeren Stoff“ für die Morgenstunden. Den Gästen soll ein Mini-Catering mit viel Kaffee, heißer Brühe und eventuell Grünkohl-Smoothies angeboten werden. „Vielleicht“, so die Organisatorin, „stellen wir auch Feldbetten auf.“

Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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