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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

„Frischzellenkur“ durch die neue Sammlung

29.04.2017

Oldenburg Sammler Stefan Blessin freute sich, „seine Lieblingsbilder“ an der Wand des Janssen-Museums zu sehen. Das sagte der Hamburger Literaturprofessor am Freitagnachmittag während einer Feierstunde, bei der die offizielle Übergabe seiner 315 Aquarelle, Drucke und Zeichnungen umfassenden Sammlung an das Oldenburger Museum gefeiert wurde. „Das Werk ist in die richtigen Hände gekommen“, lobte er vor den geladenen Gästen.

Gleichzeitig erklärte Prof. Blessin, weiter mit dem Museum zusammenarbeiten zu wollen. Nicht zuletzt, um Janssen die Bedeutung zukommen zu lassen, die er verdiene. Blessin vermisst den genialen Zeichner Horst Janssen, wenn es um die Kunstgeschichte des 20. Jahrhundert geht: Das sei in Kunstbänden nicht anders als etwa bei der Ausstellung zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes. „Janssen zählt zur Moderne – als kritischer Begleiter.“ Da der Künstler so vernachlässigt werde, könne er sich (posthum) glücklich schätzen in Oldenburg ein eigenes Museum zu haben. Und so plädierte Blessin auch dafür, künftig mehr reine Janssen-Ausstellungen zu kuratieren.

Zuvor hatten die künstlerische Bedeutung Horst Janssens (1929-1995) bereits Dr. Britta Kaiser-Schuster (Deutsche Kulturstiftung der Länder) und Dr. Annette Schwandner (Ministerium für Wissenschaft und Kunst) hervorgehoben. „Dies ist ein großer Tag für das Museum, für die Stadt Oldenburg und darüber hinaus“, erklärte Annette Schwandner die Bedeutung der Sammlung, die als bedeutendste im deutschsprachigen Raum gilt und die siebziger Jahre bis zum Tod des Künstlers abbildet. Und Britta Kaiser-Schuster erläuterte, dass das Alleinstellungsmerkmal des Hauses für die internationale Janssen-Forschung gestärkt worden sei. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe sich die Stiftung an der Finanzierung beteiligt.

Auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sprach von einer „Frischzellenkur“ für das Janssen-Museum. Vor allem aber dankte er – ebenso wie Dr. Nicole Deufel (Leiterin der Oldenburger Kunsthäuser) und Dr. Jutta Moster-Hoos (Leiterin des Janssen-Museums) allen Stiftungen und Privatförderern, die zur Finanzierung des Ankaufs beigetragen hatten. Selbst der kritischen Debatte zur Finanzierung des Ankaufs in den politischen Gremien konnte er Positives als Diskurs-Element abgewinnen. Ermöglicht wurde der 1,2 Millionen Euro teure Ankauf durch: u.a. Kulturstiftung der Länder (500 000 Euro), die Staatsministerin für Kultur (300 000 Euro), Siemens-Kunststiftung (150 000 Euro), die Stiftung Niedersachsen (100 000 Euro), die Sparkassenstiftung (50 000 Euro), das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (40 000 Euro), EWE-Stiftung (20 000 Euro), Förderverein Janssen-Museum (20 000 Euro) sowie private Spender. Die Stadt zahlte 290 000 Euro und damit ein Fünftel der Summe.

Das Janssen-Museum kann dadurch auf eine eigene Sammlung zurückgreifen, einige Werke daraus werden an diesem Wochenende zu sehen sein. Die gesamte Sammlung wird ab 13. Mai in einer von Performance-Künstlerin Helene von Oldenburg kuratierten Ausstellung präsentiert.

Sabine Schicke
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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